OLDENBURG/HANNOVER - OLDENBURG/HANNOVER - Das anhaltende Regenwetter hat dafür gesorgt, dass Niedersachsens Landwirte nicht ernten können. Während der Großteil der Wintergerste schon abgeerntet ist, bleiben Raps und Roggen auf den Feldern stehen. „Jeder weitere verregnete Tag, an dem nicht gedroschen werden kann, bedeutet jetzt eine Verschlechterung der Erntemenge und -qualität“, sagt Peter Wachter, Sprecher der künftige Landwirtschaftskammer Niedersachsen.
An den Marschen-Standorten in der Weser-Ems-Region sei die Situation besonders kritisch: Dort habe die Ernte erst ansatzweise begonnen, weil die Mähdrescher nicht aufs Feld fahren könnten, sie würden im schweren Boden stecken bleiben. „Auch die Wintergerste steht dort noch großflächig“, so Wachter.
Der Zeitdruck bei Raps und Roggen sei inzwischen so groß, dass die Landwirte jede Stunde ohne Regen für die Ernte nutzten und nicht mehr warteten, bis Ähren und Schoten getrocknet seien. Diese müssten dann mit hohem Energieaufwand nachgetrocknet werden.
Noch etwas Zeit zum Trocknen in der Sonne haben Weizen und Sommergerste, die in der ersten Augusthälfte geerntet werden. Allerdings schadet das feucht-warme Wetter dem Weizen inzwischen mehr als es nützt: Die Ähren färben sich schwarz, ein Zeichen für Schwärzepilze. Noch seien diese nur außen, so Gabi von der Brelie, Sprecherin des Landvolks Niedersachsen, und damit unschädlich. Aber wenn es weiter feucht bliebe, könnten sie auch nach innen gelangen. Gut aufgestellt ist dagegen zurzeit der Mais: Nach einem kalten Frühjahr, in dem er schwer in Gang kam, konnte er sich im Juni und Juli erholen. „Wasser und Wärme kann er gut gebrauchen“, so Wachter. Die Mais-Ernte ist im September.
Wie die Ernte insgesamt dieses Jahr ausfällt, können die beiden Sprecher noch nicht genau absehen. „Keine Spitzenernte, sondern durchschnittlich“ lautet Wachters Prognose. Gabi von der Brelie erwartet ebenfalls einen „guten Durchschnitt“. Die Landwirte im Nordwesten seien „recht zufrieden“. Für das östliche Niedersachsen befürchtet sie unterdurchschnittliche Erträge, weil es dort im Juni und Juli zu trocken war.
