Oldenburg/Hannover - Die Zugeständnisse des Handels an die Fleischerzeuger könnten am Ende weite Teile der Branche erfassen. Er gehe davon aus, dass weitere Handels-Riesen nachziehen, sagte Dr. Albert Hortmann-Scholten, Fachbereichsleiter der Landwirtschaftskammer Niedersachsen (LWK/Oldenburg), am Freitag unserer Zeitung. „Es geht in die richtige Richtung. Auch Aldi wird nicht umhinkommen mitzumachen, und auch Edeka wird unter Druck geraten.“

Als weiterer großer Lebensmittelanbieter ging am Freitag Rewe auf die Bauern zu. Man werde bei Schweinefleisch bis auf weiteres Beschaffungspreise zahlen, die dem Marktniveau vor Ausbruch der Afrikanischen Schweinepest und dem damit zusammenhängenden völligen Zusammenbruch des Exportmarktes entsprechen. „Man wolle „einen Beitrag leisten, die akute Krise der Schweinebauern zu beenden“, sagte Vorstand Hans-Jürgen Moog. Das Unternehmen (dazu gehört auch der Discounter Penny), zähle darauf, dass das zusätzliche Geld an Landwirte und Ferkelerzeuger weitergegeben werde.

Zuvor hatte bereits Lidl als Reaktion auf die jüngsten Protestaktionen von Landwirten die Einkaufspreise für zehn Artikel um einen Euro pro Kilogramm erhöht. Als Folge steige der Verkaufspreis im gleichen Umfang, hieß es. Auch Kaufland will um einen Euro erhöhen.

LWK-Experte Hortmann-Scholten appellierte an die Bundesregierung, mit China wieder Exportmöglichkeiten für Schweine-Teile aus weiten Gebieten Deutschland auszuhandeln („Regionalisierung“). Zurzeit sind die Lieferungen seuchenbedingt blockiert. Es müsse hochkarätig, auf Augenhöhe, verhandelt werden, um voranzukommen.

Rüdiger zu Klampen
Rüdiger zu Klampen Wirtschaftsredaktion (Ltg.)