OLDENBURG/HANNOVER - OLDENBURG/HANNOVER - Unter den sieben niedersächsischen Industrie- und Handelskammern (IHK) ist ein Streit ausgebrochen, der den Zusammenschluss als Niedersächsischer Industrie- und Handelskammertag (NIHK) sprengen dürfte. Mit der Mehrheit von fünf der sieben Kammern, darunter auch die Oldenburgische IHK, wurde beschlossen, die NIHK-Satzung zu ändern. In Hannover soll eine unabhängige NIHK-Geschäftsstelle eingerichtet werden – so wie vor 1992. Das bestätigte gestern Oldenburgs IHK-Hauptgeschäftsführer Christian-A. Fricke der NWZ . Derzeit vertritt die Geschäftsführung der hannoverschen IHK in Personalunion den NIHK. Hannover und Braunschweig haben sich gegen die Trennung der Geschäftsführungen ausgesprochen. Hannover will den NIHK deswegen auflösen.

„Wir wollen, dass die Interessen der Region besser vertreten werden. Dazu brauchen wir mehr Einfluss auf die Geschäftsführung“, sagte Fricke zur Begründung. Bereits vor 1992 gab es eine solche eigenständige Vertretung in Hannover. Die sei damals auf „massiven Druck“ der Kammer Hannover abgeschafft worden. „Wir wollten das nicht, haben es aber akzeptiert.“ Inzwischen habe sich gezeigt, dass eine unabhängige Geschäftsführung besser für die Kammern sei.

In IHK-Kreisen wird noch ein weiterer Grund für das Zerwürfnis genannt – die Person des hannoverschen Hauptgeschäftsführers Wilfried Prewo. Dem fehle es an „sozialer Kompetenz“. Prewo sei nicht teamfähig. Er habe für den NIHK Vorstöße unternommen, ohne sie mit den regionalen IHKs abzustimmen. Prewo war auch eine Zeit lang Schatzmeister der Niedersachsen-CDU. Damals wurde ihm attestiert, dass er zwar die Finanzen in Ordnung gebracht, dabei jedoch personellen Kahlschlag betrieben habe. Fricke betonte allerdings, es gehe nicht um die Person Prewo. Man wolle nur die Personalunion nicht mehr.

Spannend dürfte auch noch die Namensfrage werden. Hannover steht auf dem Standpunkt, die fünf (oder mit Braunschweig sechs) Kammern dürften den Namen NIHK nicht weiter verwenden. „Wenn einer aus dem Sportverein austritt, kann er ja auch nicht verlangen, dass der Name geändert wird“, argumentiert Fricke dagegen. Es wäre schön, wenn Hannover noch einlenke; es sehe aber nicht so aus.