Oldenburg/Hannover - Nach dem Verdacht auf Tierquälerei in einem Schlachthof in Oldenburg haben weitere Kunden die Zusammenarbeit mit dem Betrieb beendet. Lidl teilte am Freitag mit, alle Lieferanten hätten nach Bekanntwerden der Sachlage versichert, dass sie ab sofort keinerlei Rohstoffe mehr von der Standard-Fleisch GmbH & Co. beziehen würden. Der Discounter distanziere sich von den Praktiken des Schlachtbetriebs. Zuvor hatten bereits die Bünting Gruppe und das Unternehmen Frosta ihre Aufträge gestoppt. Auch Aldi Süd und Aldi Nord reagierten, ebenso die Hit-Frische-Märkte aus NRW sowie der Edeka-Verbund und die Handelskette Norma.
Nach Angaben des Vereins Deutsches Tierschutzbüro haben sich die Firmen entsetzt über die Zustände gezeigt, sagte der Vorstandsvorsitzende Jan Peifer. Der Verein hatte Videos gezeigt, die mit versteckter Kamera in dem Schlachthof aufgenommen worden sein sollen. Die Bilder zeigen, wie Rinder nicht fachgerecht betäubt und bei Bewusstsein getötet werden. Die Tierschützer haben Strafanzeige gegen den Betrieb gestellt. Die Staatsanwaltschaft ermittelt.
Derweil soll Niedersachsen nach dem Willen der CDU Vorreiter in Sachen Tierschutz werden. Dazu gehöre neben einer Videoüberwachung in den Schlachthöfen auch, modernere Schlachtmethoden einzusetzen und die Mitarbeiter zu qualifizieren. Das bedeute am Ende, dass Fleisch teurer werde, sagte der Vorsitzende der CDU-Landtagsfraktion, Dirk Toepffer. Er glaube aber, dass die Menschen bereit dazu seien, mehr Geld für Fleisch zu bezahlen.
