OLDENBURG/HANNOVER - Von einer bedrohten Art könne keine Rede sein, sagt Bezirksjägermeister Wemken. Die Tiere lieben ein vielfältiges Nahrungsangebot.
Von HANS DRUNKENMÖLLE
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OLDENBURG/HANNOVER - Die Chance den Osterhasen zu treffen ist in Niedersachsen besonders groß: Auf den Wiesen und Feldern im Land tummeln sich so viele Feldhasen wie seit Jahren nicht mehr. Durchschnittlich hoppeln derzeit 24 „Langohren“ auf einem Quadratkilometer, 1994 waren es gerade mal zehn, teilte die Landesjägerschaft Niedersachsen (LJN) gestern in Hannover mit.Allerdings gibt es zum Teil große regionale Unterschiede: Während die Hasen-Populationen im Süden und Osten Niedersachsens relativ klein sind, kann das Oldenburger Land mit beachtlichen Zahlen aufwarten. Besonders wohl fühlt sich „Meister Lampe“ traditionell in den Landkreisen Wesermarsch und Ammerland sowie im Oldenburger Münsterland, wo bereits Dichten von bis zu 28 Hasen pro 100 Hektar registriert wurden.
„Es gibt deshalb überhaupt keinen Grund, den Hasen auf die rote Liste bedrohter Arten zu setzen“, sagt Bezirksjägermeister Günther Wemken in Rastede. Auf Schwankungen der Populationsdichte würden Jäger sehr sensibel mit Jagdverzicht und Maßnahmen zur Biotopverbesserung reagieren: „Hasen lieben eine vielfältige Äsung aus Kräutern, Gräsern, Feldfrüchten und Knospen. Trockene Kälte macht ihnen nichts aus, kalter Dauerregen ist dagegen tödlich“, sagt LJN-Sprecher Detlev Kraatz.
Der bis zu 70 Zentimeter lange Feldhase mit den kräftigen Hinterläufen, den langen „Löffeln“ (Ohren) und der an der Unterseite weißen „Blume“ (Schwanz) hält sich im Winter zumeist an grob gepflügten Äckern auf. Pflugschneisen bieten Schutz vor der Witterung und natürlichen Feinden wie Füchsen und Greifvögeln.
Der Mutterinstinkt ist bei der Feldhäsin auf das Nötigste reduziert. Gleich nach der Geburt trennt sie ihre bis zu vier Jungen voneinander und bringt sie zu unterschiedlichen Stellen. „Dies geschieht zum Schutz vor Krähen, die es besonders auf die faustgroßen Jungen abgesehen haben“, erläutert Kraatz. Zwei Mal am Tag kehrt die Häsin zum Säugen zu den Jungen zurück, die ansonsten ganz auf sich gestellt sind.
