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NWZonline.de Nachrichten Wirtschaft

Wolf zum Abschuss frei

16.02.2019

Oldenburg /Hannover Der Leitrüde des Rodewalder Wolfsrudels kann – wie vom Umweltministerium in Hannover geplant – abgeschossen werden. Das hat das Verwaltungsgericht Oldenburg entschieden und damit einen gegen den Abschuss gerichteten Eilantrag abgelehnt. Alternativen zur Tötung wie eine Vergrämung des Tieres oder Herdenschutzmaßnahmen seien nicht zu erkennen, teilte das Gericht am Freitag mit.

Demnach hat der Niedersächsische Landesbetrieb für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz (NLWKN) überzeugend dargelegt, dass die strengen Voraussetzungen für eine rechtmäßige Abschussgenehmigung vorliegen. Dem Leitrüden des Rudels im Landkreis Nienburg waren nach Angaben des Ministeriums genetisch mehr als 40 Risse von Nutztieren nachgewiesen worden. Darunter sind bis zu drei Ponys, ein Alpaka und bis zu zehn Rinder.

Der Freundeskreis freilebender Wölfe, eine anerkannte Naturschutzvereinigung, hatte die Tötung mit dem Eilantrag verhindern wollen. Das Gericht verwies jedoch unter anderem auf bisherige Schäden und die Prognose, dass zukünftig weitere Wolfsrisse zu erwarten seien. Der Beschluss ist noch nicht rechtskräftig.

Das Umweltministerium hatte in der vergangenen Woche mitgeteilt, den Wolf bis zu der Gerichtsentscheidung zunächst verschonen zu wollen. Erstmals war im April 2016 ein Wolf in Niedersachsen mit behördlicher Genehmigung abgeschossen worden, weil er einen Hund angegriffen und zu wenig Scheu vor Menschen gezeigt hatte.

Die FDP forderte das Ministerium zum raschen Handeln auf. „Nun ist der Minister am Zug. Er muss dafür sorgen, dass dies auch schnell passiert. Jeder Tag, an dem der Wolf weiter herumläuft und weitere Tiere tötet, ist ein Tag zu viel“, sagte Fraktionsvize Jörg Bode.

Bei der SPD stieß die Entscheidung des Gerichts auf Zustimmung: „Wir hoffen, dass der verhaltensauffällige Wolf nun entsprechend schnell entnommen werden kann, bevor er weitere Nutztiere reißt und sein untypisches Jagdverhalten an seine Nachkommen weitergibt“, sagte SPD-Umweltpolitiker Marcus Bosse.


Karte zu den Wolfsrissen:   http://bit.ly/wolfsrissends 
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