OLDENBURG - Gespielt wird in einem Zelt neben der Arbeitsagentur. Premiere ist am kommenden Montag.
Von Rainer Dehmer
OLDENBURG - Ungewöhnliches Theaterprojekt an einem besonderen Ort: In einem 350 Zuschauer fassenden Zelt auf der Grünfläche neben der Agentur für Arbeit am Stau feiert am Montag, 25. September, das Stück „Mein eigenes Ding“ Premiere. Es ist das Ergebnis eines Projekts für 60 junge Arbeitslose. Sie thematisieren in der Aufführung ihre Lage aus eigener Perspektive.In der ehemaligen Realschule Brüderstraße haben die 17- bis 24-Jährigen in den vergangenen sieben Wochen ein eigenes Stück geschrieben und entwickelt. Sie studierten auch die Musik dazu ein, schneiderten Kostüme und bastelten die Bühnenbilder (NWZ berichtete).
In Zusammenarbeit mit dem Filmregisseur Roland Steiner hat die Arbeitsgemeinschaft (Arge) von Arbeitsagentur und Stadt das Projekt auf den Weg gebracht, um damit die Ausbildungschancen der jungen Arbeitslosengeld-II-Empfänger zu verbessern. Ziel ist, das Selbstbewusstsein und die soziale Kompetenz der zum Teil seit Jahren arbeitslosen Teilnehmer zu stärken. In der Stadt Oldenburg sind immerhin 1450 Jugendliche arbeitssuchend und 680 arbeitslos gemeldet. „Mit dem Theaterstück soll auch auf die hohe Jugendarbeitslosigkeit aufmerksam gemacht werden“, erklärt Arge-Teamleiter Holger Niewint.
Bei den Proben entdeckten die jungen Leute neue Talente und gewannen Motivation für den Berufseinstieg. Parallel zur künstlerischen Arbeit fand ein intensives Bewerbungstraining statt. Dabei wurden die jeweiligen Stärken und Schwächen ausgeleuchtet. Die Teilnehmer werden auch nach der letzten Aufführung nicht allein gelassen. Steiner betreut sie noch einen Monat lang weiter, um mit ihnen gemeinsam Perspektiven zu erarbeiten. Möglicherweise findet der eine oder andere einen Job bei einem der rund 30 Betriebe, die das Projekt fördern.
Aufgeführt wird „Mein eigenes Ding“ von Montag bis Donnerstag, 25. bis 28. September, 20 Uhr; am Freitag und Sonnabend, 29. und 30. September, 17 Uhr, sowie am Dienstag und Donnerstag, 26. und 28. September, 11 Uhr. Der Eintritt kostet vier Euro, ermäßigt zwei Euro. Karten gibt es bei der Tourist-Information, Kleine Kirchenstraße, Tel. 361 61 30.
