OLDENBURG - Die Oldenburgische Landesbank AG (OLB), größte private Regionalbank in Deutschland, sieht für die nächsten Jahre mehrere Wachstumspfade: Dazu gehören der Ausbau des Geschäfts u.a. mit gehobenen Privatkunden, die Ausweitung des Geschäftsgebietes sowie die seit Juni 2009 als Zweigniederlassung aufgebaute bundesweit tätige Allianz Bank, wie die Erläuterungen des OLB-Vorstandssprechers Benedikt Buhl am Donnerstag bei der Hauptversammlung in Oldenburg ergaben.
Ein aufgelegtes „Zehn-Punkte-Programm“ sieht zugleich u.a. eine höhere Kundenbindung, beschleunigte Prozesse, innovative Produkte und verstärkten Service vor. „Wir wollen generell die beste Bank sein“, sagte Buhl vor rund 900 Aktionären und Gästen in der Weser-Ems-Halle. Dazu zählten auch Schüler der Berufsbildenden Schulen in Cloppenburg und Wittmund, der KGS Rastede und des Wirtschaftsgymnasiums Oldenburg.
Die OLB sei ein „gutes Beispiel für ein erfolgreiches Geschäftsmodell und solide Unternehmenspolitik“, meinte Buhl mit Blick auf die Branchen-Turbulenzen. Man habe auch im „außergewöhnlichen Jahr 2009 die Herausforderungen gemeistert“. Dazu zählte er speziell für die OLB aus die Herauslösung aus der Dresdner Bank und die Positionierung im Allianz-Konzern, den Aufbau der Allianz-Bank und die Forcierung der Aktivitäten der Regionalbank OLB.
2010 sei die Bank „kraftvoll gestartet“. Er hoffe, dass der Schwung das ganze Jahr andauere, sagte Buhl. 2009 war der Überschuss um 54,2 Prozent auf 33,3 Millionen Euro gewachsen. Er solle „im Aufschwung weiter steigen“.
Die Bank hatte 2009 eine Filiale in Bremen eröffnet. Im September soll nun Bremerhaven folgen. Die Etablierung weiterer Standorte werde „mit Augenmaß“ geprüft, so Buhl. Er kündigte an, die nächste Hauptversammlung im Juni 2011 werde in Bremen stattfinden.
Zum Aufbau der Allianz-Bank meinte Buhl, die Überführung der Kunden zum OLB-Konzern und der Aufbau entsprechender Strukturen seien in einem Kraftakt erfolgreich bewältigt worden. Er sieht für die Zukunft erhebliche Synergie- und Größen-Effekte der Aktivitäten von Allianz- und Regionalbank.
Die Dividende für 2009 wird auf 60 (zuvor 30) Cent je Aktie verdoppelt. Dass es nicht mehr wurde, begründete Buhl mit neuen Eigenkapitalregeln, die auch die OLB treffen würden, mit der Erhaltung der erstklassigen Bonität und dem Finanzbedarf für das weitere Wachstum.
Mehrere Aktionäre kritisierten 60 Cent als zu wenig und auch den Aktienkurs als zu niedrig. Der Ausschüttungsbetrag „passt nicht in die Landschaft“, meinte etwa Hermann Boekhoff aus Apen. Die einst gezahlten 1,50 Euro plus 20 Cent Bonus – „da wollen wir wieder hin“, meinte Markus Neumann von der Aktionärsvereinigung SDK. Er bescheinigte der OLB zugleich eine „Stabilität, um die sie andere beneiden“. Mitarbeitern und Organen verdienten „Dank für das, was sie in schwieriger Zeit geleistet haben“. Peter Koch (Vereinigung DSW) fragte an, ob die OLB „zur Allianz-Bank umfirmiert“ werde, was verneint wurde.
Auf die Frage eines Aktionärs wurde bekannt, dass der frühere Vorstandssprecher Bernd Span eine Gesamtabfindung von 1,14 Millionen Euro erhalten hat. Er war 2009 überraschend gegangen.
