OLDENBURG - OLDENBURG - „Ich bin so froh, dass ich jetzt wieder ins normale Berufsleben zurückkehren kann.“ 31 Jahre hat Marion Hillje als Bauzeichnerin gearbeitet, doch seit drei Jahren stand sie ohne Job da. Weil sich auf dem Arbeitsmarkt für ihr Berufsfeld keine Besserung abzeichnete, ergriff die 50-Jährige kurzerhand selbst die Initiative und meldete sich für eine Fortbildung zur Hauswirtschafterin beim Deutschen Hausfrauenbund in Oldenburg an. Nun hält sie ein wenig stolz ihr Zertifikat in den Händen und freut sich auf eine neue Stelle, die sie in dieser Woche auf Wangerooge antritt – bei einer älteren Dame, die eine Ferienwohnung betreibt.
Wie Marion Hillje haben sieben weitere Teilnehmerinnen die Fortbildung zur Hauswirtschafterin bestanden. Die Voraussetzung für die verkürzte Ausbildung – Nachweis von mindestens sechs Jahren Erfahrung im entsprechenden Beruf – haben alle Teilnehmerinnen erfüllt. Seit März vergangenen Jahres hatten sie sich in den Bereichen Ernährung, Gestaltung von Räumen, Haus- und Textilpflege, Kommunikation und Betreuung sowie Wirtschafts- und Sozialkunde fortbilden lassen und dabei auch die Grundlagen der Haushalts- und Betriebsführung eingehend vertieft. Die kürzlich von der Landwirtschaftskammer abgenommene Prüfung dieses Lehrgangs entspricht der Abschlussprüfung der Hauswirtschafterinnen mit dreijähriger Ausbildung.
„Das ist kein nebulöses Fach, man kann mit der Ausbildung wirklich auch praktisch etwas anfangen“, nennt Friedegund Reiners vom Oldenburger Hausfrauenbund die Vorzüge des Berufs und ermutigt die Teilnehmerinnen, eventuell sogar den Meister im Hauswirtschaften anzustreben: „Es macht umso mehr Freude, je mehr man weiß.“
„Der Lehrgang war interessant, die Dozentinnen haben sich viel Mühe gegeben“, lautet auch das Fazit von Gisela Kremers. Die pensionierte Lehrerin möchte ihre aus der Fortbildung gewonnenen Kenntnisse möglichst weitergeben: „Es ist sehr wichtig, dass gerade junge Menschen das Hauswirtschaften lernen“, findet die Absolventin.
