OLDENBURG - Die Geschichte der Wappen reicht weit zurück: Die Krieger und besonders die Heerführer der Völker Babylons, Persiens und Chinas setzten auf ihren Schilden und Fahnen verschiedene Zeichen und Figuren, auch auf den Schilden der alten Griechen finden sich Tiere wie Löwen, Pferde, Hunde, Eber oder Vögel. Oftmals geben sie Rätsel auf, Heraldiker beschäftigen sich mit deren Deutung.

Auch im Oldenburger Stadtbild tauchen zahlreiche Wappen auf, die oftmals im Verborgenen an längst vergangene Zeiten erinnern. Stadtführer Wolfgang Oehrl hat ein solches Wappen an der Fassade des Hauses Nummer 16 in der Gaststraße ausgemacht. Das auffallend in farbiger Gestaltung angebrachte „Allianzwappen“ zeigt im linken Schild das gut bekannte Wappen des Herzogtums Oldenburg (Oldenburg/Delmenhorst/Fürstentum Lübeck/Jever und Birkenfeld).

Das rechte Schild wusste laut Oehrl niemand zu deuten. „Das Haus Gaststraße 16 wurde 1893 vom Gärtner August Fischbeck erworben; im Adressbuch von 1900 wird ,Blumenladen vom Hoflieferanten Fischbeck’ aufgeführt“, weiß der pensionierte Lehrer. Üblicherweise durften Hoflieferanten bei Briefkopf und Hausfassade das Wappen des Herrschers aufführen.

Nachforschungen im Eutiner Schloss brachten laut Oehrl keine Deutung. Man bemühte sich jedoch um Auskunft beim Herzog Huno von Oldenburg, der allerdings die Wappendetails auch nicht erklären konnte, jedoch einen entscheidenden Hinweis auf weitere Forschungswege gab.

Großherzog Friedrich August II heiratete in zweiter Ehe 1896 die Prinzessin Elisabeth von Mecklenburg-Schwerin. Deren Schild zeigt links oben einen Stierkopf für das Herzogtum Mecklenburg, rechts daneben den goldenen Greif der Herrschaft Rostock, darunter links das Fürstentum Schwerin, im Mittelschild die Grafschaft Schwerin mit roter oberer und goldener unterer Hälfte, rechts daneben das Fürstentum Ratzeburg und darunter ein silberner Arm mit goldenem Ring zwischen den Fingern für die Herrschaft Stargard sowie der schrägliegende Stierkopf für das Fürstentum Wenden. Die einzelnen Wappen sind gegenüber den Originalen vereinfacht dargestellt.


Oehrl bietet als Stadtführer Gänge „über den Damm“ unter dem Motto „Wappen am Wegesrand – von Anton Günther bis Friedrich August II“ mit einer besinnlichen Kaffeetafel an. Auskünfte gibt es unter Tel. 4 56 00.

Thomas Husmann
Thomas Husmann Redaktion Oldenburg