OLDENBURG - Mamadi Jammeh wurde 2004 das linke Bein amputiert. Eine Schulklasse ermöglichte dem Feuerwehrmann aus Gambia die Behandlung.
Von Mandy von Pless
OLDENBURG - „Endlich kann ich wieder gehen“, freut sich Mamadi Jammeh aus Gambia. Der 29-Jährige hatte vor zwei Jahren nach einem schweren Autounfall in seinem Heimatland sein linkes Bein verloren (NWZ berichtete). Durch Spenden bekam der 29-jährige Feuerwehrmann im Klinikum Oldenburg eine neue Beinprothese.Ermöglicht hatte das die 23-jährige Marta Finke, Schülerin an der Oldenburger Fachhochschule Gesundheit. Sie absolvierte im vergangenen Jahr in Gambia bei der Hilfsorganisation Riverboat Doctors International (RDI) ein Praktikum. Dort wurde sie auf den Feuerwehrmann aufmerksam. „Mamadi und sein Schicksal gingen mir nicht mehr aus dem Kopf, ich wollte ihm unbedingt helfen“, sagt die Oldenburgerin.
Zusammen mit ihren Klassenkameraden sammelte sie nach ihrer Rückkehr in Oldenburg Geld und organisierte Sponsoren. Unterstützung bekamen sie dabei von der RDI. Über die Situation des Afrikaners sprach Finke auch mit dem Klinikum, das sich sofort bereit erklärte, die Kosten für den Aufenthalt und die Behandlung zu übernehmen. Das Wardenburger Sanitätshaus Herrmann fertigte die Prothese. „Als ich gehört habe, dass mir die Menschen in Oldenburg helfen wollen, habe ich vor Freude geweint“, sagt Mamadi Jammeh.
Seit dem 14. Juli ist der 29-Jährige nun gemeinsam mit seiner Frau Mariama in Oldenburg. Beide sind in einem Zimmer im Klinikum untergebracht. „Das war eine Umstellung für sie. Eine Spültoilette, fließendes Wasser oder ein Fernsehgerät sind in Gambia Luxus“, erklärt Finke.
Seit ein paar Tagen ist die neue Prothese fertig. „Jetzt trainieren wir mit ihm das Gehen“, erklärt Matthias Otto, Betriebsleiter des Sanitätshauses Herrmann. Mit dem neuen Bein besteht sogar eine Chance, dass Mamadi wieder in seinem Beruf arbeiten kann. Das war vor der Behandlung ausgeschlossen.
Wann das Paar Oldenburg wieder verlassen kann, steht noch nicht fest. „Wir müssen überprüfen, ob die Prothese richtig sitzt. Erst wenn sie optimal passt, ist die Entlassung möglich“, sagt Dr. Ingke Jürgensen. Der Afrikaner würde am liebsten hier bleiben. „Oldenburg ist so schön, und den Menschen habe ich so viel zu verdanken“, erklärt Jammeh glücklich.
