OLDENBURG - Imkerei will gelernt sein: Dass man bei dem anspruchsvollen Hobby rund um die Honigbiene aber nie ausgelernt hat, wurde beim 28. Tag der Imker des Oldenburger Imkervereins am Sonntag deutlich. Knapp 180 Besucher aus dem Weser-Ems Gebiet informierten sich im NGO über neue Techniken und tauschten jede Menge Erfahrungen aus.
„Wir wollen Imkern bei der Arbeit helfen“, erklärte Ralf Schmietenknop, Vorsitzender des Oldenburger Imkervereins. „Dieser jährliche Imkertag dient zur Weiterbildung.“ Schließlich gebe es viele Bieneninstitute, die sich ständig mit Bestäubung Honigproduktion oder dem Verhalten der kleinen Nutztiere beschäftigen. Beim Tag der Imker sollen die Forschungsergebnisse an die Bienenfreunde vermittelt werden.
Dafür sorgte in diesem Jahr Dr. Pia Aumeier. Die Biologin von der Ruhr-Universität Bochum ist selbst auch begeisterte Imkerin. Den Zuhörern erklärte sie in ihrem Vorträgen die Bedeutung der Bestäubungsleistung der Bienen für die Landwirtschaft. Zudem verriet sie Tipps und Tricks, wie man auch als „fauler Imker“ mit geringem Aufwand einen hohen Honigertrag erzielen kann. „Denn die Imkerei ist ein Hobby, das sich gut selbst finanziert oder mit dem man sogar einen kleinen Nebenverdienst einstreichen kann“, so Aumeier.
Das Gelernte wurde von den Besuchern, die sich anschließend bei der Verkaufs- und Fachausstellung trafen, diskutiert. Dabei reklamierte jeder die beste Methode zur Bienenzucht selbstverständlich für sich. „Fragen sie fünf Imker, sie kriegen sechs Meinungen“, wusste auch Aumeier zu berichten.
Aber auch die Probleme der Zukunft für die gesamte Imkerei stand im Blickpunkt. So geht der Klimawandel auch an den schwarz-gelben Insekten nicht vorbei, fördern wärmere Temperaturen doch die Ausbreitung der Varroa-Milbe. Dieser Parasit setzt sich in der Bienenbrut fest. Die Bekämpfung der Milbe, ohne den Bienenhonig zu verunreinigen, ist eine zukünftigen Aufgaben der Imker.
Die Bienenzüchter werden diese angehen, schließlich sagte auch Aumeier, sei ihr Hobby etwas besonderes: „Es ist ein unbeschreibliches Gefühl, wenn man das erste Mal vor dem eigenen Volk steht.“
