OLDENBURG - OLDENBURG - Unternehmensgründungen von Akademikern haben in der Regel hohe Wachstumsraten. Damit dieses Studienergebnis, das der Oldenburger Professor Dr. Alexander Nicolai gestern in seiner offiziellen Antrittsrede erwähnte, auch auf hiesige Studierende bzw. Absolventen zutrifft, hat die regionale Wirtschaft gemeinsam mit den Hochschulen die Stiftungsprofessur Entrepreneurship eingerichtet.
Mit Unternehmertum, Innovationen und Unternehmensgründungen erklärte Nicolai den Begriff „Entrepreneurship“. „Das ist ein ganz wichtiger Motor für den wirtschaftlichen Wandel schlechthin“, so der Professor. Der Wandel von Unternehmen – wie etwa der von Nokia vom Gummistiefel- zum Mobiltelefonhersteller – ist laut Nicolai eher schwierig. Deshalb seien Neugründungen so wichtig, sagte der 34-Jährige. Er will die Studierenden bei ihren Ideen unterstützen und zu einem guten Gründungsklima im Nordwesten beitragen.
Konkret geplant wird in Oldenburg derzeit eine Gründungswerkstatt, in der Studierende beispielsweise erste Marktforschungen durchführen und Konzepte planen, um anschließend selbst zu entscheiden, ob sie das Unternehmensrisiko wagen wollen oder nicht. Grundlage für Nicolais Arbeit ist seine Überzeugung, dass Unternehmertum erlernbar ist. Er glaubt dabei nicht an ein „Idealprofil des Unternehmers“.
Praktisch erfahren ist der Wissenschaftler als Mitbegründer des Managementzentrums in Witten. Er habe sich jedoch früh entschieden, die Praxis mit der Wissenschaft zu verbinden. „Das Symbiotische reizt mich“, erläuterte Nicolai seine Entscheidung gegen ein hauptberufliches Unternehmer-Dasein.
Nicolai, der in Oldenburg Wirtschaftswissenschaften studierte, ist bereits seit dem 1. Oktober im Amt. Seine Professur wird für fünf Jahre vom Arbeitgeberverband Oldenburg, Nord-West-Metall, der Wirtschaftlichen Vereinigung „Der Kleine Kreis“ sowie der Oldenburgischen Industrie- und Handelskammer finanziert. „Der Inhaber muss die Anforderungen in den fünf Jahren erfüllen“, betonte Uni-Präsident Prof. Dr. Uwe Schneidewind im Hinblick auf die Übernahme der Finanzierung durch die Hochschulen nach Ablauf der Zeit.
