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Projekt Ihafa im Oldenburger Land Flüchtlinge und Handwerksbetriebe zusammenbringen

Oldenburg/Hude - Das „Moin“ zur Begrüßung geht Khubaib Alhamad längst wie selbstverständlich über die Lippen. Doch nicht nur sprachlich ist der in Syrien geborene und in Libyen aufgewachsene Flüchtling im Nordwesten Deutschlands angekommen, sondern auch beruflich. Beim Fliesenfachbetrieb Bohlken in Oldenburg hat er eine Ausbildung zum Fliesenleger gemacht. Seit Herbst arbeitet er, mit dem Gesellenbrief in der Tasche, beim Fliesenfachbetrieb Voigt und Böhm in Hude.

„Als ich im Juni 2015 in Deutschland angekommen bin, wollte ich beruflich das machen, was ich am besten kann“, sagt Alhamad. Und das ist Fliesenlegen. Schon in Libyen hatte er seinem Vater, seinem Onkel und seinem Bruder, allesamt Fliesenleger, über die Schulter geschaut und auch selbst Fliesen gelegt.

In Deutschland sei es aber zunächst schwierig gewesen, einen Job zu finden. „Ich konnte damals noch nicht so gut Deutsch sprechen“, sagt Alhamad zum Haupthindernis. Als große Hilfe habe sich dann Hussein Kerri, Berater beim Integrationsprojekt Handwerkliche Ausbildung für Flüchtlinge und Asylbewerber (IHAFA), erwiesen. Dieser habe ihn nicht nur ermutigt, sein Deutsch weiter zu verbessern, sondern ihn auch bei der Suche nach Praktika und Ausbildungsplatz in seinem Traumberuf unterstützt. Mit Erfolg.

Seit fünf Jahren bringen die niedersächsischen Handwerkskammern, darunter auch die HWK Oldenburg, Arbeitsagenturen, Jobcenter und weitere Netzwerkpartner über „IHAFA“ Handwerksbetriebe und Geflüchtete zusammen. Eine Zwischenbilanz:

Der Ansatz

Das Ziel von „IHAFA“ lautet Integration durch Ausbildung. Das Projekt umfasst Berufsorientierung, Eignungsfeststellung, Vermittlung in Praktika und Ausbildung sowie die Beratung für Betriebe. Gefördert wird IHAFA vom niedersächsischen Wirtschaftsministerium. Bei der HWK Oldenburg sind Hussein Kerri und Dennis Jahn als Integrationsberater erste Ansprechpartner (Tel. 0441/232-240 u. 232-234).


Die Bewerber

„Seit Projektstart haben sich mehr als 1000 Geflüchtete an die Handwerkskammer gewendet“, sagt Kerri. Die Mehrzahl der Bewerber stamme aus Syrien, Afghanistan, dem Irak und dem Iran. Auffällig: Das Verhältnis von Männern zu Frauen liege bei 12:1.

Die Bilanz

Seit dem Projektstart konnten laut HWK 800 Praktika initiiert werden. Aus Sicht von Kerri belegt das „eine sehr hohe Bereitschaft sowohl bei den Betrieben als auch bei den Teilnehmern“. Daraus seien 130 Langzeitpraktika, sogenannte Einstiegsqualifizierungen (EQ) hervorgegangen. Das Kernziel von IHAFA, die duale Ausbildung, haben bislang 230 Geflüchtete begonnen. Die gefragtesten Berufe seien Kfz-Mechatroniker, Anlagenmechaniker, Sanitär, Heizung, Klima sowie Friseur und Maler. „Hinter den Zahlen stecken viele Erfolgsgeschichten“, sagt Dennis Jahn. Eben solche wie die von Khubaib Alhamad.

Jörg Schürmeyer
Jörg Schürmeyer Thementeam Wirtschaft
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