OLDENBURG/HUDE - OLDENBURG/HUDE/TEHA - Landwirt Erhard Meyer macht’s auf seinem Hof in Hude-Vielstedt (Kreis Oldenburg) vor, wie die Rinderhaltung der Zukunft aussehen könnte. Die Tiere werden in dem luft- und lichtdurchfluteten Betrieb ganzjährig im Stall gehalten und kommen im Sommer nicht mehr auf die Weide – eine Haltungsform, die in der Landwirtschaft nach Ansicht von Tierschutzexperten aus wirtschaftlichen Gründen zunehmen wird, sagte Dr. Sabine Petermann, die Leiterin des beim Landesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (Laves) in Oldenburg angesiedelten Tierschutzdienstes, beim 6. Niedersächsischen Tierschutzsymposium am Donnerstag in Oldenburg.
Den Umbruch in der Tierhaltung sieht Petermann nicht grundsätzlich kritisch. „Wenn die Tiere nicht mehr auf die Weide kommen, dann muss man Luft, Licht und Sonne eben an die Tiere heran bringen“, sagte die Laves-Expertin. Dazu bedürfe es großzügiger Stallbau-Konzeptionen mit lichten Gebäuden und Laufzonen zwischen den Stallungen.
Ein gewisses Problem stellt aus Sicht des Tierschutzes die zunehmende Haltung von exotischen Arten dar. Nach Straußen und Wasserbüffeln erfreuen sich die Alpakas – eine in Südamerika heimische Lama-Art – auch in Norddeutschland wachsender Beliebtheit. Im Landkreis Wittmund gibt es bereits einen Züchter mit einem Bestand von 150 der als Fleisch- und insbesondere Wollelieferant geschätzten Alpakas. Exoten-Bestände in dieser Größenordnung sind nach Angaben von Sabine Petermann derzeit allerdings noch die absolute Ausnahme in der Region.
