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NWZonline.de Nachrichten Wirtschaft

Jugend soll auf den Geschmack kommen

14.02.2019

Oldenburg Von Restaurants über Gaststätten bis zu Hotels – das Gastgewerbe hat wie viele Branchen mit einem Mangel an Bewerbern zu kämpfen – auch im Nordwesten macht sich der Fachkräftemangel bemerkbar. Die Oldenburgische Industrie- und Handelskammer (IHK) spricht von einer dramatischen Ausbildungssituation. Das habe in einigen Betrieben sogar schon so weit geführt, dass keine Gäste mehr in Hotels aufgenommen werden konnten, obwohl es noch genügend freie Zimmer gab.

Dramatische Situation

In Zahlen heißt das: Im Jahr 2013 wurden 323 Ausbildungsverträge im Bereich der Oldenburgischen IHK abgeschlossen. Im vergangenen Jahr waren es nur noch 284, also 12,1 Prozent weniger als 2013, sagte Stefan Bünting, Leiter des IHK-Geschäftsbereichs Bildung, am Mittwoch. Immerhin habe es 2018 im Vergleich zu 2017 einen Anstieg von 1,1 Prozent gegeben, was aber noch nicht ausreiche. Der Tenor ist daher eindeutig: „Es muss sich dringend etwas ändern, deshalb werden wir aktiv“, sagte Bernard Sieger vom Gasthof Sieger in Thüle und Vorsitzender des IHK-Tourismusausschusses. Gemeinsam mit der IHK hat der Ausschuss daher zwei Videos produziert, die Werbung für Ausbildungsberufe im Gastgewerbe in der Region machen sollen. Hauptdarsteller sind zwei Auszubildende aus dem Oldenburger Land. Die Zielgruppe sind Jugendliche in der Berufsorientierung.

Die IHK möchte die Videos selbst verbreiten – auf ihrer Website, auf der „Job4u“ in Wilhelmshaven und in Oldenburg sowie allen interessierten Betrieben für ihr Ausbildungsmarketing zur Verfügung stellen, sagte Carola Havekost, Geschäftsführerin für den Bereich Tourismus und Gastgewerbe bei der IHK. Man hoffe auf eine rasche und zahlreiche Verbreitung über die sozialen Netzwerke und auf Azubis, die die Videos fleißig teilen.

Sehen Sie hier das Video zur Ausbildung im Gastgewerbe:

Von der Planung bis zur Umsetzung habe es etwa ein halbes Jahr gedauert, erklärte Dorothee Schröder, Referentin für den Bereich Tourismus und Gastgewerbe bei der IHK, die das Projekt betreut hat. Mit den Clips hoffen die Verantwortlichen auch, das schlechte Image, das einige vom Gastgewerbe haben, aus den Köpfen zu bekommen. „Es gibt leider immer schwarze Schafe, aber es hat eine Marktbereinigung gegeben“, erklärte Jens Burgdorf von der Klosterschänke Hude, der ebenfalls Mitglied des IHK-Tourismusausschusses ist.

In 30 Jahren Berufstätigkeit hat er bereits mehr als 60 Azubis im Betrieb ausgebildet, zurzeit hat er zehn Mitarbeiter, darunter acht ehemalige Azubis. Um Fachkräfte frühzeitig zu binden, müssten die Betriebe seiner Meinung nach einiges bieten: ein gutes Arbeitsumfeld, die Integration ins Team, verantwortungsvolle Aufgaben für die Jugendlichen und eine angemessene Bezahlung.

Im ersten Ausbildungsjahr verdient ein Azubi im Gastgewerbe nach Tarif Weser-Ems 750 Euro, im zweiten Ausbildungsjahr 860 Euro und im dritten Ausbildungsjahr 1000 Euro. Hinzu kommt noch Trinkgeld. Schlechte Arbeitsbedingungen müsse laut Stefan Bünting heutzutage übrigens niemand mehr hinnehmen. „Man kann sich bei uns beschweren“, erklärte er. Und: Man könne den Betrieb wechseln, und, sofern ein Auflösungsvertrag mit dem aktuellen Arbeitgeber unterzeichnet wird, die bisher geleistete Ausbildungszeit beim neuen Arbeitgeber anrechnen lassen.

Weiterbildung möglich

Natürlich seien die Anforderungen hoch – vor allem körperlich. Hinzu komme der häufige Kundenkontakt. „Das kann aber jeder lernen“, sagte Burgdorf. Die Chancen, sich nach der Ausbildung weiterzuentwickeln, seien groß: Viele ehemalige Azubis aus dem Gastgewerbe seien als Vertreter stark gefragt. „Weil sie wissen, wie man mit Kunden umgehen muss“, erklärte Burgdorf. Außerdem stehe es ihnen frei, zu studieren.

Auch wer dem Gastgewerbe treu bleibt, könne schöne Momente genießen – etwa nach einem harten Arbeitstag mit netten Gästen gemeinsam anzustoßen, sagte Burgdorf.


Link zum Film:   www.ihk-oldenburg.de/gastrofilm 
Info für Schulabgänger:   www.ihk-oldenburg.de/gastroausbildung 
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Sabrina Wendt Redakteurin / Wirtschaftsredaktion
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