• Jobs
  • Immo
  • Auto
  • Kleinanzeigen
  • Trauer
  • Hochzeit
  • Guide
  • Shop
  • Tickets
  • nordbuzz
  • FuPa
  • Werben
  • Kontakt
 
NWZonline.de Nachrichten Wirtschaft

Region muss innovativ bleiben

10.01.2018

Oldenburg Der Nordwesten muss unbedingt seine Innovationsfähigkeit sichern und weiter stärken. Das machte der Oldenburger Wirtschaftsprofessor Christoph Böhringer am Dienstagabend beim Neujahrsempfang der Oldenburgischen Industrie- und Handelskammer (IHK) deutlich. Die Fähigkeit zu Innovationen bedeute Wettbewerbsfähigkeit und damit Überlebensfähigkeit, betonte Böhringer vor rund 800 Unternehmern und weiteren Repräsentanten der Region und des Landes in der Oldenburger Weser-Ems-Halle.

Böhringer hob diverse erfindungsreiche Unternehmen der Region hervor. Zugleich warnte er aber vor dem „Innovatoren-Dilemma“. Der zeitliche Innovationsdruck steige. Zugleich drohe ständig die Gefahr, sich auf Erreichtem auszuruhen und zu wenig zu investieren. Ein Beispiel sei die US-Fotofirma Kodak mit ihrer Analog-Technik.

Der Oldenburger Experte rief die Politik dazu auf, die Rahmenbedingungen für Innovationen geschickt zu setzen – einschließlich Wettbewerbsrecht, Patenten und Förderung für Forschung und Entwicklung.

Oldenburgs IHK-Vizepräsident Franz Thole betonte die Chancen des digitalen Wandels für Innovationen in der Wirtschaft – und mahnte den Ausbau des schnellen Internets an. „Wie sollen Betriebe dieses Potenzial heben, wenn die Netzanbindung nicht ausreicht, um eine E-Mail mit großem Anhang zu versenden?“, fragte er. Zu begrüßen sei deshalb, dass das Land eine Milliarde Euro für den „Masterplan Digitalisierung“ zur Verfügung stelle. „Wir müssen dafür sorgen, dass die weißen Flecken bei der Breitbandversorgung endlich verschwinden.“ Ein positives Signal in der Region sei die Partnerschaft von EWE und Telekom. Beide wollen ihre vorhandenen Glasfasernetze gemeinsam nutzen.

Thole, der den aus persönlichen Gründen verhinderten IHK-Präsidenten Gert Stuke vertrat, hob weitere positive Entwicklungen hervor – darunter die im Koalitionsvertrag vorgesehene Rolle des Oldenburger Informatik-Instituts Offis als ein landesweites Kompetenzzentrum für Digitalisierung. Oldenburg könne damit eine Führungsrolle einnehmen, um den digitalen Wandel voranzutreiben.

Sehr erfreulich sei, dass für das „herausragende Gesundheits- und Bildungsprojekt“ der European Medical School der Ausbau der Universitätsmedizin in Oldenburg und auch die Schaffung weiterer Medizinstudienplätze als klare Ziele im Koalitionsvertrag stünden. Jetzt fehlten „nur noch konkrete und vor allem verlässliche Zahlen zur Finanzierung“. Für den Bereich In-frastruktur betonte er die Bedeutung einer „zentralen Koordinierungsstelle im Nordwesten“. Er nannte als Projekt-Beispiele die A20, die E233 und die Unterweser mit der geplanten Schutzgebietsverordnung. Wirtschaftsminister Bernd Althusmann (CDU) solle sich für ein „nationales Flüssiggasterminal in Wilhelmshaven“ einsetzen.

Althusmann selbst sagte in der anschließenden Diskussionsrunde mit den Unternehmern Klaus Mecking (Graepel/Löningen) und Elke Haase (Piccoplant/Oldenburg), dass es eine zentrale Aufgabe der Politik sein müsse, die Entbürokratisierung anzugehen. „Deutschland erstickt im Bürokratiewahn“, sagte er. Zweiter Punkt müsse es sein, die Digitalisierung voranzutreiben. Ziel für Niedersachsen müsse es sein, Gigabit-Übertragungsniveau zu bekommen. Und dritte zen-trale Aufgabe sei mehr Tempo bei Infrastrukturprojekten. Planungszeiträume von zehn, 20 oder 30 Jahren seien nicht zu akzeptieren: „Wir müssen schneller werden.“

Mecking, Vorstand des Feinblech-Spezialisten Graepel, betonte, dass für Mittelständler Innovationen unerlässlich seien. Man brauche Alleinstellungsmerkmale, die dann aber auch die Kundenwünsche treffen müssten. Aus seiner Sicht müsse das Thema Innovation „Chefsache“ in einem Unternehmen sein. Zugleich benötige eine Firma aber auch eine Fehlerkultur: „Nicht jede Idee wird am Ende auch zu einer Innovation.“

Haase, Geschäftsführerin des Mikrovermehrungsspezialisten Piccoplant, zeigte auf, wie das Thema Innovation in ihrem Unternehmen ganzheitlich angegangen werde – natürlich bei den eigenen Produkten und Kunden, aber auch bei den Produktionsprozessen, etwa durch den Einsatz von LED, und im Vertrieb, etwa durch E-Commerce und soziale Medien. Zugleich lobte sie die „großartige Infrastruktur“ in Sachen Innovation in der Region. Es gebe viele Institutionen und Einrichtungen, sei es bei Hochschulen oder Kammern, die bei Innovationen unterstützen würden.

Für den musikalischen Rahmen des Neujahrsempfangs sorgten Emily Fröhling und Wulf Winkelmann.


Weitere Bilder:   www.nwzonline.de/fotos 
Ein Video unter   www.youtube.com/nwzplay 
Rüdiger zu Klampen
Redaktionsleitung
Wirtschaftsredaktion
Tel:
0441 9988 2040
Jörg Schürmeyer
Redakteur
Wirtschaftsredaktion
Tel:
0441 9988 2041

Ihre Meinung über 

Hinweis: Unsere Kommentarfunktion nutzt das Plug-In „DISQUS“ vom Betreiber DISQUS Inc., 717 Market St., San Francisco, CA 94103, USA, die für die Verarbeitung der Kommentare verantwortlich sind. Wir greifen nur bei Nutzerbeschwerden über Verstöße der Netiquette in den Dialog ein, können aber keine personenbezogenen Informationen des Nutzers einsehen oder verarbeiten.