OLDENBURG - Lob für die Arbeit des Monumentendienstes: Jede Inspektion eines historischen Gebäudes durch den Dienst hat im Durchschnitt Investitionen von 7500 Euro zur Folge. Und von diesen Investitionen profitiert in erster Linie das Handwerk.

„Das ist ein bundesweites Erfolgsmodell“, lobte Dr. Holger Rescher von der Geschäftsführung der Deutschen Stiftung Denkmalschutz. Untersuchungen hätten ergeben, dass vorrangig örtliche bzw. regionale Handwerker mit den Sanierungsarbeiten beauftragt würden. „Baudenkmalpflege – Chance und Herausforderung für das Handwerk“ hieß das Thema der Podiumsdiskussion am Mittwochabend im Stadtmuseum. Die Veranstaltung war Bestandteil der Ausstellung „Handwerk in der Denkmalpflege“.

Dass auch in Oldenburg der sorgfältige Umgang mit historischer Bausubstanz ein wichtiges Thema ist, machen Zahlen deutlich. In der Stadt befinden sich etwa 10 000 historische Häuser (älter als 70 Jahre). Von diesen Gebäuden stehen rund 2000 unter Denkmalschutz.

Der Monumentendienst (Projekt der gemeinnützigen Stiftung Kulturschatz Bauernhof) möchte als neutrale und unabhängige Instanz die Eigentümer bei der nachhaltigen Wartung und Pflege der historischen Gebäude unterstützen. Durch den Inspektionsbericht erfahre der Eigentümer, was bei der Altbausanierung beachtet werden muss, so Projektleiterin Dr. Julia Schulte to Bühne. Leider gebe es zu wenig Handwerker, die sich mit historischer Bausubstanz auskennten.

Malermeister und Restaurator Hergen Neemann bestätigte, dass das Erlernen der alten Techniken in den vergangenen Jahrzehnten in der Ausbildung kein großes Thema gewesen sei. Er selbst sieht die Baudenkmalpflege als eine erfüllende Tätigkeit, die viel Leidenschaft erfordere.


Professor Dr. Heinrich Wigger von der Fachhochschule appellierte an Handwerker und Eigentümer, Materialuntersuchungen nicht zu vernachlässigen. Hier seien Architekten und Ingenieure gefragt. Für die Eigentümer machte Dr. Dr. Wolfgang Dörfler (IG Bauernhaus) deutlich, dass der Erhalt des historischen Bestandes Zeit und Geld erfordere, für den Auftraggeber aber auch ein Hobby sein müsse.