OLDENBURG - Wer sich eine Wohnung in Oldenburg kaufen will, wird diese Statistik nicht so gern lesen. Wer Immobilienbesitzer ist kann sich aber über einen satten Wertzuwachs freuen. Nach einer Studie des Onlineportals Immowelt liegt Oldenburg bundesweit bei der Preisentwicklung auf dem zweiten Platz.
Von 2006 bis Ende 2011 sind die Quadratmeterpreise für Eigentumswohnungen um 25 Prozent gestiegen. Nur in Trier (plus 26 Prozent) gab es eine höhere Preisentwicklung. Hamburg (plus 22 Prozent) folgt auf Rang drei.
Bundesweit sind in den untersuchten 80 deutschen Großstädten mit mehr als 100 000 Einwohnern die Preise jedoch gesunken im Durchschnitt um drei Prozent. 47 der 80 Städte haben in den vergangenen fünf Jahren eine negative Preisentwicklung verzeichnet.
Deutlich vor Osnabrück
Am deutlichsten war der Werteverfall in Krefeld (minus 35 Prozent) und in Salzgitter (minus 30). Dort muss man auch im Durchschnitt nur noch 661 Euro für einen Quadratmeter Wohneigentum bezahlen. Billiger ist es in keiner deutschen Großstadt. Das einst günstige Oldenburg rangiert mit nun 1706 Euro bereits auf Platz 25 der Großstädte. In Niedersachsen liegt die Stadt damit einsam an der Spitze. Hannover und Osnabrück sind rund ein Drittel günstiger mit je 1213 Euro. Bremen liegt leicht dahinter auf einem ähnlichen Niveau (1202 Euro).
Bundesweit lag der Durchschnittspreis laut Studie Ende 2011 bei 1547 Euro (nach 1601 Euro 2006). Einsamer Spitzenreiter ist München. Mit 3832 Euro pro Quadratmeter wohnt man dort doppelt so teuer wie in Oldenburg. Freiburg folgt mit 2888 knapp vor Hamburg mit 2828 Euro.
Faktor Universität
Als Grund für die Preisentwicklung in Oldenburg nennt Immowelt die Faktoren Universität, Forschung, Technologie und Dienstleistung. Das gelte im Prinzip auch für die anderen Boomstädte. Teilweise würden sich Interessenten schon regelrechte Bieterschlachten liefern.
Wo aber der Strukturwandel verpasst, wo zu wenig in Bildung und Infrastruktur investiert worden sei, dort sinke auch die Kaufkraft, so die Immowelt.
Untersucht wurde zwar nur die Preisentwicklung bei Eigentumswohnungen. Der Trend bei Mietwohnungen und Einfamilienhäusern dürfte aber ähnlich ausfallen.
