OLDENBURG - Der Landesvorstand des Mieterbunds Niedersachsen-Bremen hat sich bei seiner Sitzung am Freitag in Oldenburg vorrangig mit der Debatte um die Umlegung von Kosten energetischer Sanierung auf Mieter befasst.
Landesgeschäftsführer Randolph Fries und Landesvorsitzender Uwe Reinhardt kritisierten kursierende Pläne der Bundesregierung, künftig mehr als elf Prozent der Kosten für energetische Sanierung auf die Mieten umlegen zu lassen. Vor allem vor dem Hintergrund von Kürzungen in KfW-Programmen und der Städtebauförderung sei das ein Abwälzen auf die Mieter. Solche Erhöhungen ließen sich durch Heizkostenersparnis nicht refinanzieren.
Ein wenig Entwarnung gab aber u.a. Oldenburgs Mieterbund-Vorsitzender Wolfgang Hadrich. Auf entspannten Märkten wie in Oldenburg ließen sich heftige Mieterhöhungen ohnehin nicht durchsetzen. In der Stadt würden zwischen 4,20 und 6,80 Euro pro Quadratmeter bezahlt. Wo aufgrund von energetischen Sanierungen moderat erhöht werde, seien die Mieter einsichtig, manchmal sogar froh, dass etwas geschehe. Die Nebenkosten lägen zwischen 1,95 und 2,85 Euro pro Quadratmeter – und damit im Städtevergleich eher niedrig. Probleme auf dem Wohnungsmarkt in der Stadt gebe es zurzeit vor allem für junge Familien: „Oft heißt es: Lieber Tiere als Kinder.“
Wie die GSG in Oldenburg seien es auch in anderen Städten die Wohnungsgesellschaften, die bei der energetischen Sanierung voranschritten, sagte Fries. Angesichts des Rückzugs des Staates aus der Finanzierung sehe er das Problem, dass es privaten Vermietern immer schwerer fallen werde, ihre Immobilien auf einen energetisch aktuellen Stand zu bringen. Das mindere die Vermietungschancen und enge auf Dauer den Wohnungsmarkt immer weiter ein.
