OLDENBURG - OLDENBURG - Viele kleine und mittlere Handwerksbetriebe haben bisher ihre Kundenbeziehungen vernachlässigt. Die Handwerksunternehmer sollten über den Einzelauftrag hinaus die Bedürfnisse ihrer Kunden analysieren, ihre Zufriedenheit abfragen, Kontakte pflegen und sich in Erinnerung bringen, empfahl Dr. Klaus Stroink vom Bremer Projektbüro Arbeit, Bauen und Wohnen, kürzlich bei einem „Innovationsforum Bau“ in Oldenburg.
Zugleich sollen sich die Betriebe zu einer „Marke“ für Komplettangebote von Dienstleistungen entwickeln, sagte Stroink. Sie sollten – wo immer es geht – Werbung aufstellen (Firmenwagen, Baustellen), einen Schauraum einrichten, um Planungen für Kunden „visualisieren zu können“, und kooperieren, um Leistungen aus einer Hand anbieten zu können. „Bauen Sie flexible Netzwerke auf“, sagte Stroink. Auch solle man damit werben, dass man in der Region „als deutscher Unternehmer mit Fachkräften für Qualität“ steht.
Bei dem von der Bundesregierung geförderten Innovationsforum sahen Experten im Bereich Gebäudeunterhaltung erhebliche Potenziale für Handwerker. Wohnungsunternehmen mit großen Beständen könnten dazu übergehen, Wartungsaufträge an Handwerker-Kooperationen zu vergeben – etwa auf der Basis jährlicher Pauschalabgeltungen. Bei solchen Strategien könnten durch erheblich weniger Verwaltungsaufwand beide Seiten gewinnen, meinten Vertreter der Wohnungswirtschaft. Kalkulationsgrundlage bei einem Muster-Projekt in Essen sind die über Jahre gesammelten Daten zum Bewirtschaftungsaufwand. Auch andere, wie die Oldenburger GSG, werden solche Daten intensiver auswerten, wie Prokurist Horst Kache erläuterte. Problempunkte bei Pauschalverträgen sehen Praktiker wie der Oldenburger Unternehmer Klaus Oetken u.a. bei der Risikoabfederung für die Betriebe, die Budgetverantwortung übernehmen.
Ein weiteres „Gebiet für Handwerker“ sah die Darmstädter Forscherin Andrea Georgi-Tomas im Bereich Energiekostensenkung von Gebäuden.
