OLDENBURG - Es gibt noch Hoffnung für die Buchbinderei. Die Liquidation wird aber bereits vorbereitet.

Von Thorsten Kuchta

OLDENBURG - Die Löninger Druckerei Schmücker hat einen Versuch unternommen, die insolvente Druckerei Stalling zu übernehmen. Das bestätigten jetzt Insolvenzverwalter Stefan Hinrichs und ein Schmücker-Sprecher. Das Unterfangen sei aber gescheitert. Grund: Schlüsselpositionen für das von Schmücker angestrebte Geschäftsmodell hätten nicht mit den dafür vorgesehenen Stalling-Mitarbeitern besetzt werden können, weil sie sich anders orientiert hätten.

Stalling-Betriebsrat Cord Bakenhus sagte der NWZ , er sei nicht über die Verhandlungen informiert gewesen. Zeitgleich mit Schmücker habe auch die bayerische Druckerei Kösel Interesse gezeigt, aber auch das habe sich zerschlagen. Zu den Gründen könne er nichts sagen: „Wir arbeiten seit Jahren im Ausnahmezustand, da kommen schnell Gerüchte auf.“ Seinem Eindruck zufolge seien aber die Interessenten lediglich an den Kundenkontakten und den Mitarbeitern, die über sie verfügten, interessiert gewesen.

Hinrichs sagte, dass er nach den gescheiterten Verhandlungen nun eine Teillösung für die Buchbinderei anstrebe. „Diese Abteilung hat bis 30. Juni noch produziert, die Leute haben eine tollen Einsatz gezeigt.“ Möglicherweise könne für diese Abteilung ein Interessent gefunden werden. Gleichzeitig werde die Liquidation vorbereitet – der Verkauf der materiellen Unternehmenswerte.

Für Unruhe hatte eine Meldung aus dem Handelsregister gesorgt: Stalling-Geschäftsführer Friedrich Sadelfeld hatte eine Druckhaus Stalling GmbH eintragen lassen, was die Gerüchteküche weiter anheizte. Hinrichs: „Die Gesellschaft wurde gleichzeitig mit dem Insolvenzantrag lediglich gegründet, um bei einer Übernahme die Namensrechte sichern zu können.“


Bei Stalling arbeiten zurzeit noch zwei Mitarbeiter in der Druckvorstufe, um die Druckvorlagen aus Kundenbesitz den Eignern zuzuleiten, und vier in der Verwaltung. Ende Juli dürften die Lichter endgültig ausgehen. Bakenhus: „Nur wenige Kollegen haben inzwischen etwas Neues gefunden – aber immerhin alle Auszubildenden haben wir in anderen Druckbetrieben unterbringen können.“