OLDENBURG - Der Oberbürgermeister reist wieder nach China. Vom 7. bis 11. November vertritt Gerd Schwandner zusammen mit seinem Kölner Kollegen Fritz Schramma Deutschland bei einer internationalen Konferenz in Peking, die sich mit Städtepartnerschaften befasst.

„Die ehrenvolle Einladung des Deutschen Städtetages zeigt erneut, dass die Oldenburger China-Initiative beispielhaft ist“, sagte Schwandner am Montag im Rathaus, wo er die Notwendigkeit internationaler Kontakte für diese Stadt belegen wollte.

Wie Schwandner sagte, sei „der Ansatz unserer Partnerschaften ein völlig neuer“. Hier würden die „strategischen Pfade Wirtschaft, Wissenschaft, Politik/Verwaltung und Kulturaustausch“ verfolgt und intensiviert, auch in enger Kooperation mit Groningen. Das Netzwerkmodell sei zuletzt bei der Konferenz „Perspektiven der kommunalen Zusammenarbeit mit China“ in Potsdam aufmerksam verfolgt worden. „Wir haben Oldenburg auf die chinesische Landkarte gebracht, doch man sollte sich nicht täuschen: Dafür ist eine hohe Taktzahl persönlicher Begegnungen in China nötig. Unsere Reisen dorthin waren wichtig.“ Und wichtig sei auch seine, Schwandners, Anwesenheit: „In einem Land wie China hat ein Oberbürgermeister einfach mehr Standing als ein IHK-Präsident.“ Im nächsten Jahr werde die China-Konferenz in Oldenburg stattfinden.

Für Schwandner ist die Kritik von politischer Seite an seinen Dienstreisen verfehlt. Jeder Dienstreise-Cent habe sich bezahlt gemacht, es gebe bereits eine Rückkehr des Investments. „2009 wird man uns für unser China-Engagement nur loben“, ist Schwandner überzeugt. Für ihn gelte: „Die Internationalität einer Stadt bringt nichts ein, wenn man von Ofenerdiek nach Kreyenbrück fährt.“

Unterstützung fand der OB unter anderem bei Prof. Dr. Klaus Schüler, China-Beauftragter der Uni Oldenburg: „Dieses Land ist längst zu einem Global Player geworden, in vielerlei Hinsicht. Deshalb darf man China nicht an sich vorbeigehen lassen. Ich bin dankbar, dass die Stadt dies mit ihren Initiativen fördert.“ Auch Thomas Raabe von der Firma AquaEcology, die selbst in China aktiv ist, schätzt das Fernost-Engagement: „Wirtschaftliche Kontakte mit China sind nicht einfach, das Umwelttechnologienetzwerk Oldenburg ist ideal, um sich dort einzubringen.“ Und Jürgen Bath, Geschäftsführer des Technologie- und Gründerzentrums, weiß, dass viele junge Unternehmen an China interessiert sind.


Leserbriefe dazu auf S.34