OLDENBURG - In zwölf Tagen ist der 1. Advent. Bestens darauf vorbereitet ist die Haarenstraße und macht – ähnlich wie schon bei der Pflasterung der Innenstadt – wohl wieder den Vorreiter: mit einer neuen Weihnachtsbeleuchtung.

85 000 Euro haben die Geschäftsleute dafür aufgebracht, mit fast 20 Prozent der Summe haben sich auch die Hauseigentümer beteiligt. Schon bei der ersten Sitzung zu dem Thema im Frühjahr stimmten alle dafür.

Für Philipp Grasl, den Sprecher der Haarenstraßen- und Julius-Mosen-Platz-Gemeinschaft und Gaastra-Inhaber, ist der Klimmzug auch ein Zeichen des hohen Zusammenhalts: „Wir haben eine extreme Stärke mit den vielen inhabergeführten Geschäften, wo auch hinterher mal ein Bier getrunken wird.“ Die Werbegemeinschaft hoffe, dass die anderen Straßen 2012 nachzögen, denn es sei keine Konkurrenz-Aktion. Gespräche des CMO mit dem Leuchten-Hersteller liefen bereits.

Die Haarenstraßengemeinschaft wurde 1906 als Lichtgemeinschaft gegründet, daraus wurde 1925 die Werbegemeinschaft Haarenstraße. Kurt Müller-Meinhard (Bruns) sagte am Montag: „Die Haarenstraße war die erste Straße, die überhaupt eine elektrische Straßenbeleuchtung hatte. Bogenlampen lösten die Karbid-Gaslampen ab.“ Die Weihnachtsbeleuchtung bestand lange aus Girlanden mit Tannengrün und Glühlampen, in der Nachkriegszeit entstand im Advent eine Märchenstraße mit aus Sperrholz gesägten Märchenmotiven, die die Kaufleute in Nachtarbeit selbst aufhängten.

1972 wurde die gebrauchte Beleuchtung des Vorjahres aus Essen (Ruhr) gekauft mit Märchenmotiven aus Metall – und erneut zog die ganze Stadt nach. In den 80ern war die Haarenstraße wieder der Vorreiter, als die Lichterstrippen der Stadt Zürich nachgebaut wurden. „Wir waren als Gemeinschaft da immer am Ball, was auch mit dem Eigentum zusammenhängt, das uns verpflichtet, mit der Tradition, mit Familiengenerationen und der Nachbarschaft“, sagt Kurt Müller-Meinhard.


Bei der neuen Beleuchtung, die es ähnlich in Minden und in Lübeck gibt, „verbinden wir Moderne mit Tradition“, sagt Philipp Grasl. Mit LED-Leuchten statt Glühbirnen entspreche sie ökologisch dem Stand der Technik, spende aber kein kaltes, sondern warm-weißes, leicht gelbliches Licht. Nur die großen Stern-Motive leuchteten kristall-weiß. Die Lichtstränge werden mit Sternen, Tannenbäumen und Engeln ergänzt.

An diesem Sonnabend, 17 Uhr, wird sie erstmals getestet – mit einer Glühwein-Einladung an alle Passanten am Julius-Mosen-Platz, ab Montag leuchtet sie täglich ab 16 Uhr.

Karsten Röhr
Karsten Röhr Redaktion Oldenburg