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NWZonline.de Nachrichten Wirtschaft

Pionier in Sachen Ökonomische Bildung

08.06.2019

Oldenburg Ein „Hochschullehrer, der dem Namen Lehrer alle Ehre macht“, ein „Pionier über Deutschland hinaus“ oder auch „der Claudio Pizarro der Wirtschaftsdidaktik“: Mit viel Lob und Applaus ist der Gründer und langjährige wissenschaftliche Leiter des Instituts für Ökonomische Bildung (IÖB), Prof. Dr. Dr. h.c. Hans Kaminski, am Freitag feierlich in Oldenburg verabschiedet worden.

Vor 150 Gästen im Veranstaltungssaal der Oldenburgischen Landesbank (OLB) würdigte Niedersachsens Minister für Wissenschaft und Kultur, Björn Thümler (CDU), Kaminski für dessen „Leidenschaft und Engagement“. Kaminskis Credo sei immer gewesen: Ökonomische Bildung ist Allgemeinbildung. Dabei habe sich der 78-Jährige „nie in den Elfenbeinturm einer Universität zurückgezogen, sondern immer den Transfer ins reale Leben gesucht“.

Kaminski, der wie wohl kein Zweiter das Thema Ökonomische Bildung in Deutschland vorangetrieben hat, war 1980 nach einem erziehungswissenschaftlichen Studium, einem Zusatzstudium Wirtschaftswissenschaften und anschließender Promotion einem Ruf auf den Lehrstuhl für Wirtschaftswissenschaften und Didaktik der Wirtschaftslehre an der Universität Oldenburg gefolgt, an der er bis zu seiner Emeritierung tätig blieb. An der Uni übernahm der gebürtige Danziger im Laufe der Zeit zahlreiche Funktionen, etwa als Dekan und Vizepräsident.

1993 gründete Kaminski mit Vertretern aus Schulen, Unternehmen und Kammern die Wirtschaftsbildungsinitiative „wigy“. 2005 wurde er Direktor des neu gegründeten IÖB, als An-Institut der Universität Oldenburg. Für seine Verdienste wurde er u.a. mit der Ehrendoktorwürde der Staatsuniversität Nowosibirsk in Russland und dem „Oldenburger Bullen“ ausgezeichnet.

Für Prof. em. Dr. Josef Aff von der Wirtschaftsuniversität Wien ist Kaminski gleichermaßen Entrepreneur, Wissenschaftler, Bildungspolitiker und Familienmensch. Wie kein Zweiter habe er Wissenschaft und Forschung, Schule, Wirtschaft und Politik verknüpft. Als Wissenschaftler habe er nicht nur über 400 Publikationen veröffentlicht, sondern sei in der Wirtschaftsdidaktik auch „ein Pionier über Deutschland hinaus.“ Als Bildungspolitiker habe er sich durch unermüdlichen Einsatz für Wirtschaft als eigenes Fach betätigt. In Anspielung an die Spitzenleistungen und das Wirken bis ins fortgeschrittene Alter bezeichnet Aff Werder-Fan Kaminski als „den Claudio Pizarro der Wirtschaftsdidaktik“.

Dr. Karl-Josef Burkard, langjähriger Vorsitzender des Verbands Ökonomische Bildung an allgemein bildenden Schulen (Vöbas), hob Kaminskis „ansteckende Begeisterung für die Sache“, seine klaren Analysen, seine Beharrlichkeit und sein Organisationstalent hervor. Er sei ein Hochschullehrer gewesen, „der dem Namen Lehrer alle Ehre machte“ und zugleich auch „ein Lehrer, der auch Lernender war“. Das IÖB habe er zu einem „Leuchtturm“ in der Bildungs- und Wirtschaftslandschaft gemacht.

IÖB-Aufsichtsrat Dr. Werner Brinker hielt ein Plädoyer für ein eigenes Fach Wirtschaft. „Ökonomisches Wissen ist bei Weitem nicht alles, aber ohne ökonomisches Wissen ist alles nichts“, sagte er. Wirtschaft gehe alle an, könne aber nicht losgelöst von Allgemeinbildung, freiheitlichem und demokratischem Denken betrachtet werden. Zugleich mahnte er mehr Engagement der Wirtschaft an. Dass nur drei Prozent der Mitglieder bei „wigy“ und nur zehn Prozent der Mitglieder der Universitätsgesellschaft Oldenburg aus der Wirtschaft stammen würden, sei zu wenig.

Kaminski selbst dankte der Region, weil sie ihm ein Experimentierfeld ermöglicht habe, der Universität als „wichtigem Mantel“, seinen Mitstreitern und besonders seiner Frau, die sein „wichtigster Kooperationspartner“ gewesen sei. Seinem Nachfolger Prof. Dr. Dirk Loerwald wünschte er viel Erfolg beim Fortsetzen der bisherigen Arbeit, schließlich sei die Einführung von ökonomischer Bildung in den Bildungskanon eine „Generationsaufgabe“.

Zugleich betonte Kaminski bei seiner Verabschiedung noch einmal das, was ihn bei seiner Arbeit immer wieder angetrieben hat: „Ökonomische Bildung ist Allgemeinbildung“, sagte er. Wirtschaft müsse ein eigenes Fach an den Schulen sein und es brauche qualifizierte Lehrkräfte.

Jörg Schürmeyer Redakteur / Wirtschaftsredaktion
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