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NWZonline.de Nachrichten Wirtschaft

Mehr als „nur“ Banker

10.08.2018

Oldenburg Die Entwicklung der Oldenburgischen Landesbank verfolgt er immer noch „mit einer gewissen Neugier“, sagt Dr. Jörg Bleckmann: „Da ist natürlich auch Herzblut drin.“ Kein Wunder, schließlich hat Bleckmann selbst die Geschicke der OLB über Jahre maßgeblich mitgeprägt. Mehr als 23 Jahre, von Februar 1985 bis Juni 2008 war der Jurist für die Regionalbank tätig, seit 1994 im Vorstand und schließlich ab 2004 als Vorstandsvorsitzender. An diesem Freitag feiert Jörg Bleckmann seinen 75. Geburtstag.

Auch zu seiner Zeit in verantwortlicher Position gab es – wie heute – viel Bewegung rund um die Oldenburgische Landesbank. Bis 2008 gehörte die OLB noch zur Dresdner Bank, ehe diese vom Versicherungsriesen Allianz an die Commerzbank verkauft wurde, wobei die OLB in der Allianz-Gruppe verblieb.

„Eingebunden in den Dresdner-Bank-Konzern haben wir uns immer sehr bemüht, unsere Eigenständigkeit zu wahren“, sagt Bleckmann. Denn die Regionalbank habe ein besonders Profil. „Die OLB ist für den Raum Weser-Ems eine Größe, die wirtschaftlich prägt, die auch die Menschen hier prägt“, betont er. „Man muss die Bedeutung der OLB für die Region immer wieder herausstellen.“ Das sei bei der Dresdner Bank gelungen, das sei bei der Allianz gelungen und er hoffe, dass dies auch unter dem neuen Eigner, der Bremer Kreditbank (BKB), gelinge. „Wobei mir noch nicht richtig klar geworden ist, welche Strategie die Investoren, die hinter der BKB stehen, verfolgen“, sagt er.

Bleckmann, in Eisenach geboren und im Ruhrgebiet aufgewachsen, war nie einfach „nur“ Banker, sondern jemand, der immer auch wirtschaftspolitisch gedacht hat, der sich gefragt hat, wie man verkrustete Strukturen aufbricht und zum Kern der Sozialen Marktwirtschaft zurückkehrt. Politisch zu denken, Position zu beziehen – das ist bei Bleckmann spätestens verankert, seit er – vor seiner Zeit bei der OLB – als junger Jurist bei der Deutschen Bank Vorstandsassistent von Alfred Herrhausen war. „Alfred Herrhausen war nicht nur Banker, sondern ein politisch denkender Mensch und zwar globalpolitisch denkend – und das prägt natürlich“, sagt Bleckmann.

Er engagierte sich bei der Oldenburgischen IHK,  der Wirtschaftlichen Vereinigung Oldenburg (Kleiner Kreis) und den regionalen Hochschulen. Der Universitätsgesellschaft Oldenburg gehörte Bleckmann seit 1987 an, von 2003 bis 2007 war er ihr Vorsitzender. 2008 ernannte ihn die Uni zum Ehrensenator. 2006 erhielt der Banker den „Oldenburger Bullen“, eine der höchsten Auszeichnungen der Stadt, für sein Engagement zum Wohle der Region und der Hochschulen.

Ein besonderes Steckenpferd von Bleckmann war und ist das Thema Wirtschaftsbildung. Für das Institut für Ökonomische Bildung (IÖB) in Oldenburg engagiert er sich bis heute. „Das IÖB lag mir immer am Herzen, weil ich meine, dass es wichtig ist, dass die Menschen wirtschaftlichen Sachverstand mitkriegen und eben nicht unbeleckt, was Wirtschafts- und Finanzthemen angeht, durch die Gegend laufen“, sagt er.

Abgesehen von seinem Engagement für das IÖB lässt es Bleckmann mittlerweile aber etwas ruhiger angehen. „Ich versuche, mein Leben aufzuschreiben für die Kinder, spiele ein bisschen Golf: Ich mache also das, was ein Pensionär so macht“, sagt er lachend. Seinen 75. Geburtstag an diesem Freitag will er klein und ruhig im Familienkreise „mit unseren drei Kindern und ihren Familien“ feiern.

Jörg Schürmeyer
Redakteur
Wirtschaftsredaktion
Tel:
0441 9988 2041

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