OLDENBURG - Drückt die Wirtschaftskrise auch den potenziellen Existenzgründern der Region aufs Gemüt? Professor Alexander Nicolai, Inhaber des von der Wirtschaft gestifteten Lehrstuhls für Entrepreneurship an der Universität Oldenburg, winkt ab. Das Interesse, sich selbstständig zu machen, ist ungebrochen, konstatierte er. Die Geschäftsideen seien vielleicht sogar noch qualifizierter als zuvor. Unter den Gründern aus der Hochschule heraus seien nicht nur Studierende bzw. Absolventen, die auf etablierten Karrierewegen zurzeit weniger Chancen als sonst sähen, sondern auch Uni-Mitarbeiter, deren Vertrag auslaufe.
Wichtig für den Erfolg von Unternehmensgründungen sei letztlich neben persönlichen Voraussetzungen die Qualität der Vorbereitung, betonte Nicolai.
Einer von vielen Mosaiksteinen der Region in diesem Zusammenhang sei die Summer School der Wirtschaftlichen Vereinigung Oldenburg Der Kleine Kreis. Bereits zum vierten Mal werden vom 3. bis 5. September junge Leute im Tagungszentrum Burg Etelsen zusammengezogen, die auf dem Sprung in die Selbstständigkeit sind.
Ein voller Erfolg sei dies bereits in den Vorjahren gewesen, sagt Vorsitzender Dr. Heinz-W. Appelhoff. Drei Tage werde in von Aufbruch und Gründergeist geprägter Atmosphäre besprochen, was angehende Unternehmer beschäftigt: die Identifizierung von marktfähigen Ideen sowie Themen wie Organisation, Marketing, Finanzierung. Und das alles, bevor Stolpersteine in der Realität zu Frustration führen können, meinte Appelhoff.
Mitveranstalter der Summer School es nehmen sieben Frauen und sieben Männer teil, die über eine Online-Ausschreibung ermittelt wurden , sind neben dem Kleinen Kreis die Stiftungsprofessur Entrepreneurship, die Stadt der Wissenschaft und die Gründerregion Nordwest.
Förderprojekte wie die u.a. von Arbeitgeberverband, IHK und Nordmetall angeschobene Stiftungsprofessur und die Summer School seien letztlich lebensnotwendig für die Region, meint Jürgen Lehmann, Hauptgeschäftsführer beim Arbeitgeberverband Oldenburg. So entstünden neue Unternehmen und letztlich Arbeitsplätze. Der Nordwesten sei, was Gründungen angehe, jetzt auf Augenhöhe mit klassischen Gründer-Regionen. Dazu hätten eine Vielzahl von Förder-Institutionen beigetragen.
Ein Schwerpunkt bei den aktuellen Gründungen aus der Hochschule heraus sei die Software- und Informationstechnik-Branche, berichtete Nicolai. Hier biete Oldenburg mit dem Offis-Institut als Kern und bereits zahlreichen Firmen ein gutes Umfeld. Zudem seien oft keine hohen Eingangs-Investitionen erforderlich. Gleiches gelte auch für naturwissenschaftlich ausgerichtete Projekte.
In der Summer School sollen nun konkrete Gründer-Probleme gelöst werden in kleinen Arbeitsgruppen, wie Christian Horneber, wissenschaftlicher Mitarbeiter am Lehrstuhl Entrepreneurship, erläuterte. Die frühere Teilnehmerin Melanie Philip berichtete von der erfolgreichen Entwicklung ihrer Firma Vita Centrum.
Künftig soll die Veranstaltung in zweijährigem Abstand angeboten werden.
