OLDENBURG - Es begann als normale juristische Familienfeier – doch dann wurde es plötzlich hochpolitisch. Niedersachsens Justizminister Bernd Busemann (CDU) war in den Sitzungssaal I des Oberlandesgerichts Oldenburg („Dort saß ich schon als junger Referendar“) gekommen, um drei verdiente Juristen für ihren jahrzehntelangen ehrenamtlichen Einsatz auszuzeichnen.

Rechtsanwältin und Notarin a.D. Margretlies Neumann-Nieschlag sowie Rechtsanwalt und Notar a.D. Dirk Wilken (beide Oldenburg) wurden mit dem Verdienstkreuz am Bande und Rechtsanwalt und Notar Horst Schlarmann (Leer) mit der Verdienstmedaille des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland geehrt.

Die drei Juristen aus dem Bereich der Rechtsanwaltkammer Oldenburg hatten sich über viele Jahre über ihr normales berufliches Engagement hinaus als ehrenamtliche Richter beim Anwaltsgericht für den Bezirk der Rechtsanwaltkammer Oldenburg sowie beim Niedersächsischen Anwaltsgerichtshof eingesetzt.

Nachdem die Verdienste der drei Ausgezeichneten um die anwaltlichen Ehrengerichte sowohl von Justizminister Busemann als auch vom Vizepräsidenten der Rechtsanwaltskammer, Franz-A. Duin, gewürdigt waren, sorgte der Präsident des am Oberlandesgericht Celle angesiedelten Niedersächsischen Anwaltsgerichtshofs, Dr. Jürgen Restemeier, für Zünd- und Gesprächsstoff.

Der Osnabrücker Anwalt rechnete vor, wie viel Zeit die ehrenamtlichen Richter aus dem westlichen Niedersachsen allein für die Reisen nach Celle aufwenden müssten. Deshalb könne es beispielsweise Kollegen aus dem Emsland kaum zugemutet werden, sich für diese wichtige ehrenamtliche Tätigkeit zur Verfügung zu stellen.


Da das anwaltliche Ehrengericht inzwischen seit mehr als 50 Jahren in Celle beheimatet sei, schlug Restemeier vor, den Gerichtshof künftig für weitere 50 Jahre nach Oldenburg zu verlegen – und ihn danach für 50 Jahre am Oberlandesgericht Braunschweig anzusiedeln. Ein Vorschlag, der in Oldenburg lieber als in Celle gehört wird.

Jürgen Westerhoff