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Kein Kran Mehr Am Pius-Krankenhaus „Leuchtturm“ in Oldenburger Innenstadt ist abgebaut

Marc Geschonke

Oldenburg - Es hämmert, es dröhnt, es knallt. Und trotzdem scheint dieser Sonntagvormittag ein harmonischer – hier in der Grünen Straße. Vielleicht liegt’s ja daran, dass nun ein jeder in der direkten Nachbarschaft um das Ende lautstarker Belästigungen weiß. Vielleicht liegt’s aber auch einfach daran, dass man in den vielen vergangenen Monaten gelernt hat, die hektische Betriebsamkeit vor der Haustür zu ignorieren ...

Wer im Umfeld des Pius-Hospitals wohnt oder arbeitet, der hatte sich längst an den schmutziggelben Innenstadt-Leuchtturm ebenda gewöhnt. Fortan müssen sich die Augen wieder andere Fixpunkte suchen. Denn: Der 29 Meter hohe Baukran wird spätestens am Sonntagnachmittag verschwunden sein. 45 Meter Ausleger, 4 Tonnen Höchstlast – ein mächtiger Malocher war’s, ohne den der Pius-Anbau des F-Flügels nicht möglich gewesen wäre.

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Der Kran hat seinen Job mit Bravour erledigt, jetzt wird er wieder – in kleine Stücke auseinandergeschraubt und hübsch in Planen verpackt – zurück in die Heimat gebracht, nach Rhauderfehn. Zurück zur im wahrsten Sinne Groß-Familie. „Wir haben rund 300 Krane“, behauptet da Herbert Pelzer. Der ist Monteur für das Unternehmen Steenhoff und an diesem Sonntagmorgen seit 7 Uhr wie seine Kollegen engagiert bei der Sache. „Fertig?“, antwortet er da in aller Nüchternheit, „ach, so gegen 15 Uhr. Das klappt schon. Gibt ja keine Schwierigkeiten.“ Das überrascht. Schließlich sind links und rechts vom Kran, aber auch davor und dahinter, gerade mal ein paar Meter Platz. Und trotzdem schaffen es die Männer flötend, auf dieser schmalen Zuwegung ins Zentrum rasch für Ordnung zu sorgen. Ausleger, Ballast, Kabine, Spitze, Masten – Stück für Stück wird das überdimensionierte Werkzeug von zwei Monteuren in schwindelerregender Höhe losgeschraubt, dann mit einem Autokran abgetragen und schließlich am Boden dann von weiteren Kollegen in weitere Einzelteile zerlegt.

„Gutes Miteinander“

Den gegenteiligen Weg – also aus Einzelteilen das große Ganze geschaffen – hat der Pius-Anbau genommen. Bis dessen Fassade allerdings zu sehen sein wird, ziehen noch einige Tage ins Land und Laster durch die Grüne Straße. Erst im März, spätestens April, sollen hier die Gerüste abgebaut werden. Und: Der Anbau an der Ecke Grüne Straße/Georgstraße wird in den kommenden Wochen noch „mit einer Metallfassade“ versehen, so Bertine Pienkos vom Pius.

Dann seien die äußeren, sichtbaren Arbeiten abgeschlossen, im Inneren aber wird auch in den nächsten Monaten – bis Ende des Jahres – eifrig gewerkelt. Für Dezember 2018 sieht der Plan die endgültige Inbetriebnahme des Gebäudes vor.

Freuen dürften sich auf diesen Termin vor allem die Anwohner. Baulärm auf der einen, ständig verstopfte Zuwege und eine blockierte Straße auf der anderen Seite – das dürfte mittelfristig der Vergangenheit angehören. Der Schock ob der tatsächlichen Bautätigkeiten und ihrer Folgen mag sich indes in Grenzen gehalten haben: „Wir hatten ja im Vorfeld alle Anwohner ins Boot geholt, persönlich aufgesucht und informiert – auch über Zwischenschritte“, so Pienkos, „daher war es ein gutes Miteinander.“

Gelber Innenstadt-Leuchtturm abgebaut

Ohne besagten Baukran hätten die Arbeiten deutlich länger gedauert, ja wären eigentlich unmöglich gewesen – gerade in diesem so engen Bewegungsradius. Alternative Transportwege gab es nicht. Lüftungsanlage, Klima, Beton, Steine – nahezu sämtliche Materialien wurden über diesen Kran in den Baukörper gehievt. Trotz starker Winde, trotz der teils schwierigen räumlichen Verhältnisse.


Vor Aufstellung des Krans war deshalb noch ein ehemaliges Wohnhaus in der Grünen Straße (im Besitz des Pius Hospitals) abgerissen worden, um auf dem etwa 500 Quadratmeter großen Gelände auch Platz für allerlei Logistik zu wissen. Angesichts der Rahmenbedingungen scheint also alles bestens gelaufen, selbst im Zeitplan sei man geblieben, so heißt es aus dem Pius.

„Ein Masterplan“

Allerdings: „Wenn der Anbau vollends fertig gestellt ist, geht es erst richtig los“, sagt Bertine Pienkos, „es steckt ein ausgeklügelter Masterplan dahinter – wenn der eine Operationssaal umgezogen ist, folgt eine Kaskade von weiteren Umbauschritten.“

Schon seit dem Jahr 1990 besteht ein Gesamtkonzept für die Bautätigkeiten; der Grundstein für diesen letzten Abschnitt (der sogenannte F-Flügel) ward im wahrsten Sinne des Wortes Mitte 2015 gelegt. Eine Fläche von insgesamt 2400 Quadratmetern umfasst der sechsstöckige Neubau (22 Meter Höhe) – unter anderem werden hier der Zentral-OP, die Intensivstation und Patientenzimmer untergebracht. 28 Millionen Euro würden insgesamt in diesem Flügel verbaut, heißt es.

Übrigens: Der Kran, der so lange Zeit am Pius stand, wird in Rhauderfehn nun erstmal generalüberholt – bis er zum nächsten Einsatzort gefahren und wieder aufgebaut wird. Stück für Stück für Stück.

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