OLDENBURG - Auf dem Bühnenboden im Audimax ist ein überdimensional großes Spielbrett aufgebaut. Gongkind Mareile (11) würfelt eine Vier, und Thomas setzt daraufhin sein grünes Hütchen auf das Feld. Die Strafe folgt prompt. „Falsch“ schreien 950 kleine Studenten im Chor. „Um anzufangen, muss man eine Sechs haben“, belehrt Dr. Wolfgang Luhan seinen Kollegen. Als der ein Gesicht zieht, fügt der Sozialwissenschaftler hinzu: „Mensch ärgere dich nicht.“

Denn so lautete das Thema der gestrigen Kinder-Uni, bei der Diplom-Gerontologe Thomas Kalwitzki und Wolfgang Luhan recht spielend soziales Wissen schafften. „Beim Spielen ist es wie im richtigen Leben“, erläuterten sie: „Ohne Regeln geht es nicht.“

Dass Spielen zudem viel Freude machen kann, bewiesen kleine Einlagen. So durften die Kinder beispielsweise zwei riesige Gummibälle um die Wette durch die Reihen geben. Ein anderes Mal suchten sie die drei wissenschaftlichen Mitarbeiter Kerstin Zemke, Tanja Sluiter und Dr. Markus Tepe, die sich im Publikum versteckt hatten.

„Es macht immer wieder Spaß, hierher zu gehen“, schwärmten Silas (10), Felix (11) und Lasse (9). „Nur schade, dass wir auf die nächste Vorlesung jetzt länger warten müssen“, schränkten die beiden Zehnjährigen Justus und Christopher ein.

Dafür haben die Nachwuchs-Studenten bis zum Herbstsemester mehr Zeit zum Spielen. „Am liebsten Fußball“, verriet Lukas (8), während Nina (7) sich schon auf die nächste Partie „Mensch ärgere dich nicht“ zusammen mit ihrem Opa freut.


Schon jetzt hat die Oldenburger Veranstaltungs-Reihe übrigens den Vorreiter Tübingen überholt. Insgesamt haben rund 45 000 Mädchen und Jungen zwischen acht und zwölf Jahren in den vergangenen sechs Jahren die Kinder-Uni besucht. Weiter geht es im August. Dann warten im Herbstsemester drei weitere Vorlesungen.

Mehr Bilder unter www.NWZonline.de/fotogalerie-region