OLDENBURG - Sie spielen, kochen und diskutieren miteinander – Mädchen und Jungen aus Trennungs- und Scheidungsfamilien finden seit drei Jahren beim Kinderschutzbund an der Lindenstraße eine Anlaufstelle. Hier erhalten sie Begleitung in ihrer oftmals belastenden Situation. „Der Bedarf für dieses Angebot ist groß“, weiß Vorsitzende Ingrid Goertz. Sie fürchtet aber, die Nachfrage ab März nicht mehr erfüllen zu können. Dem auf Spenden angewiesenen Verein fehlen die Mittel zur Fortsetzung des zeitweise vom Land geförderten Projekts.
Das laut Kinderschutzbund in dieser Form in der Region einmalige Gruppenangebot richtet sich an Sechs- bis Zwölfjährige. Aufgeteilt in zwei Altersgruppen (sechs bis neun Jahre und zehn bis zwölf Jahre) kommen die Mädchen und Jungen einmal pro Woche für anderthalb bis zwei Stunden zum Kinderschutzbund, wo sie von Peter Schreiber und Sina Diedrich betreut werden. „Wenn sich Eltern trennen, haben die Kinder oft das Gefühl, dass sie schuld daran sind“, berichtet Peter Schreiber. Durch nachlassende Schulleistungen sowie Kopf- und Bauchschmerzen machten sich die Schuldgefühle bemerkbar.
„Wir sind keine Therapieeinrichtung. Bei uns können die Kinder aber eigene Bewältigungsstrategien entdecken, und in der Gruppe spüren sie, dass sie mit ihren Gefühlen und Erfahrungen nicht alleine sind. Es ist wie in einer kleinen Selbsthilfegruppe“, sagt Peter Schreiber. Darüber hinaus zählten Elternabende zum Konzept.
Jede Gruppe setzt sich aus sechs bis acht Kindern aus allen sozialen Schichten zusammen. Sie treffen sich regelmäßig in einem Zeitraum von sechs Monaten. „Wir müssen bereits Wartelisten führen“, nennt Geschäftsführerin Ruth Attenbrunner die Auswirkungen der großen Nachfrage. Aus finanziellen Gründen könnten aber keine weiteren Gruppen eingerichtet werden. Rund 10 000 Euro kostete es, das Angebot für ein weiteres Jahr aufrechtzuerhalten. Unterstützung erhofft sich der Kinderschutzbund durch Sponsoren und Stiftungen.
