OLDENBURG - Der königlich-dänische Major Johann Georg von Hendorff amtierte im 18. Jahrhundert als erster oldenburgischer Postdirektor. An ihn erinnert auf dem Gertrudenkirchhof ein Grabmal im Umfeld des Mausoleums des Hauses von Oldenburg. Eines unterscheidet das Grabmal von vielen anderen im Norden des Kirchhofs: Es wurde restauriert.
Im Jahr 2008 begannen die Restaurierungsarbeiten an dem klassizistischem Grabdenkmal, das 1891 errichtet worden war (NWZ
berichtete). Es gilt als erstes Beispiel der sogenannten Mausoleumsarchitektur auf dem Kirchhof im Umfeld des Mausoleums, das Herzog Peter Friedrich Ludwig von 1787 bis 1790 bauen ließ. In dieser Zeit war der Gertrudenkirchhof nach der Schließung des Friedhofs bei St. Lamberti der einzige in der Stadt.Dörte Lossin, Ortskuratorin Oldenburg der Deutschen Stiftung Denkmalschutz (DSD), überreicht am Donnerstag eine Bronzetafel an Thomas Kahl von der evangelischen Kirchengemeinde, die an das finanzielle Engagement der Stiftung bei der Rettung des Hendorffschen Grabmals erinnern soll. Mit insgesamt 9000 Euro unterstützte die Stiftung die Restaurierung und hofft, dass sich womöglich Nachahmer finden. Noch immer befinden sich viele der als architektonisch wertvoll geltenden Grabmäler im Norden des Kirchhofs in einem beklagenswerten Zustand.
Von den insgesamt 13 000 Gräbern werden 650 als historische Grabsteine und -keller bewertet. 1993 hatte der Garten- und Landschaftsarchitekt Hergen Götz den Bestand aufgenommen und die Kosten für eine Generalsanierung auf damals elf Millionen DM veranschlagt.
Bei dem hohen Grabturm von Hendorff mit einem flach geneigten Giebelfeld ist der Mauerwerkskern marmorverkleidet und zurückhaltend geschmückt. 2008 wurde der teils verwitterte und einsturzgefährdete Rotstein instand gesetzt. Das Grabmal wurde mit Kupfer und Blei abgedeckt und mit Eisenankern gesichert. Es ist eines von über 230 Projekten, die die 1985 gegründete Denkmalschutz-Stiftung dank Spenden, Glücksspirale und Rentenlotterie/Lotto förderte.
