Oldenburg - Die Klävemann-Siedlung in Nadorst soll weiterentwickelt werden – und könnte für neue Diskussionen sorgen. Vor allem bei den in den 60er-Jahren errichteten Gebäuden am Deelweg 4, von-Halem-Straße 2, 4 und 6 sowie Stiller Weg 5 und 7 bestehe erheblicher Handlungsdruck, teilte die Verwaltung mit. Die Häuser sollen abgerissen und und durch neue ersetzt werden. Im Finanzausschuss wurden entsprechende Ideen vorgestellt.
Bereits im Jahr 2012 hatte es einen Anlauf der Verwaltung gegeben – und zugleich massive Proteste der Anwohner. Damals hatte sich der Mieterbeirat bei diesem Thema strikt gegen den Verkauf von Gartenteilen ausgesprochen. Die Gärten gehörten zu den unter Denkmal- und Ensembleschutz stehenden Häusern im Areal Nadorst.
Damals hieß es: Würde ein Verkauf oder die Bebauung durchgesetzt, wäre der Stifterwille der Klävemanns hinfällig, der besagt, dass die Gärten als Nutzgarten und zur Erholung dienen sollten.
Aktuell ist eine Art „Rollierendes System für Neubau/Abriss“ geplant, sagte Bernard Krause vom Eigenbetrieb Gebäudewirtschaft und Hochbau, der die Entwürfe vorstellte. Die Umsetzung sieht vor, dass zunächst in den Gärten Ersatzwohnraum geschaffen werden muss, da das komplette „Leerziehen“ einzelner Objekte auch bei „konsequentem Mietmanagement“ wegen der großen Zahl der Wohnungen nicht realistisch sei.
Um nicht zum Teil vermietete Gartengrundstücke in Anspruch nehmen zu müssen, sei beabsichtigt, ein unbebautes Grundstück der Klävemann-Stiftung an der Ecke Stiftsweg/von-Halem-Straße mit einem unbebauten städtischen Grundstück Stiller Weg zu tauschen.
An dieser Stelle könnte der erste Neubau mit neun Wohneinheiten errichtet werden. Nach der Fertigstellung könnten dann Abriss und Neubau weiterer Objekte folgen.
Laut Joachim Guttek, Leiter Controlling und Finanzen, könnte – das Planungsrecht vorausgesetzt – im Jahr 2018 begonnen werden. Kurt Bernhardt (Grüne) geht von einer Realisierung frühestens 2019 aus – vorbehaltlich der positiven Entscheidung im Rat.
„Mit vorsichtigem Optimismus und Wohlwollen“ sieht Ursel Krause das Vorhaben. Die Vorsitzende des Mieterbeirats der Klävemann-Stiftung weiß aus langer Erfahrung, dass hier maximale Transparenz und Sensibilität für das Gelingen nötig sind. Positiv zu bewerten sei, dass die Mieter über das Wohnen im selben Quartier oder den Umzug an einen anderen Ort entscheiden können.
Die Mitte der 60er-Jahre errichteten Gebäude sind energetisch unzeitgemäß und nicht sanierungsfähig. Die baugleichen, viergeschossigen Häuser haben je 16 Wohnungen – insgesamt 96 – mit einer Wohnfläche zwischen 55 und 72 Quadratmetern.
