OLDENBURG - Im Klinikum standen am Donnerstag ab 11 Uhr die Zeichen auf Streik. Über dem Hauptportal prangt ein großes Transparent: „Krankenhäuser lassen sich nicht abhängen – 8 Prozent für uns.“ Vor dem Eingang versammelten sich etwa 200 der insgesamt 2300 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Sie kommen vornehmlich aus der Pflege, Hauswirtschaft und Technik und folgten dem Aufruf der Dienstleistungsgewerkschaft Verdi und der Komba. Verteilt werden Warnstreik-Flugblätter und gegen Mittag auch heiße Suppe. Die Patienten, so versichern aber alle, sollen nicht darunter leiden. Es hätte idealere Tage zum Streiken gegeben als diesen mit feuchter Kälte.

Doch das stört jene wenig, die hier stehen mit Transparenten und Plakaten: „Jetzt reicht es uns“ ist zu lesen oder „Wir lassen uns nicht hinhalten.“ Das sieht auch Krankenpfleger Michael Albert so. Er ist Betriebsrat und sagt, man habe lange genug verzichtet. „Alles wird teurer, und wir haben – auf den Reallohn bezogen – sogar Einbußen hinnehmen müssen in den letzten Jahren“, meint er und fordert seinen Teil am Aufschwung. Immer weniger Personal, immer kürzere Liegezeiten.

Verdi-Geschäftsführer Uwe Liebe hält zunächst einmal den Lautsprecher für Betriebsrätin Hildburg Henning, die auf der Kundgebung um 12.30 Uhr spricht. Für anstrengende Arbeit wolle man auch anständig bezahlt werden, ruft sie unter Beifall. „Acht Prozent mehr Lohn und Gehalt“ lautet die Forderung, mindestens aber 200 Euro im Monat mehr. Dass den Krankenhäusern Geld fehle, räumt sie ein. Dass die geforderten Lohnerhöhungen die Krankenhäuser in die Insolvenz oder Privatisierung treiben würden, sieht sie als Drohgebärde der Arbeitgeber. Doch man lasse sich nicht erpressen. Und dass wegen dieser Forderung Geld fehle, stimme so nicht. Vielmehr sollte die Geschäftsführung doch Energielieferanten, Ministerium und Politik für die Unterdeckung verantwortlich machen. Für ihren Schlusssatz „Alles wird teurer. Wir auch“ erntet sie wieder Beifall. Dann heizt Verdi-Geschäftsführer Uwe Liebe die Stimmung an. Dieser Warnstreik sei der erste Schlag. Von Sparschweinen der Nation spricht er, die sie

nicht sein sollten. Politiker hätten sich ja auch eine Diätenerhöhung gegönnt. Für ihn ist klar, dass man sich mit den fünf Prozent der Arbeitgeber nicht abspeisen lasse. Wenn Anfang März kein vernünftiges Angebot komme, folge Urabstimmung und Streik.

Immer wieder wird auch Klinikum Geschäftsführer Rudolf Mintrop in den Reden angegriffen. Für den ist ebenso klar, dass die Kliniken die Kosten nicht weitergeben können, wie etwa Bahn oder andere Unternehmen. „Je höher der Abschluss lauten wird, desto mehr Kliniken werden in die Insolvenz gehen oder privatisiert werden“, meint er.


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