OLDENBURG - Sambaklänge in der Innenstadt: Das Oldenburger Frauenforum hatte zum 100. internationalen Frauentag zu einer Demonstration durch die Einkaufsmeile aufgerufen. Vorweg lief die Sambagruppe „Sambrassa“ aus Delmenhorst unter der Leitung von Susanne Sasse – eine Frauentag-erfahrene Gruppe. „Wir wurden angesprochen, weil wir eine reine Frauengruppe sind, und schon öfter mitgelaufen sind“, sagt Sasse. Hinter den Musikerinnen machten sich rund 80 Frauen jeden Alters mit auf den Weg. Besonders freute sich Helga Fischer vom Frauenforum über die vielen jungen Mädchen, die sich an der Demo beteiligten. „Wir haben das Thema in der Freizeitstätte Bürgerfelde behandelt. Ich finde es wichtig, dass Frauen sich für ihre Rechte einsetzen“, erzählte Klaudia (12), die mit ihren Freundinnen mitlief. Betreuerin Margarete Kovecki sagte: „Wir mussten die meisten Mädchen erst über die Frauenbewegung aufklären, aber dann waren sie Feuer und Flamme für das Thema.“ So lief es auch im Mädchentreff Oldenburg. Leiterin Barbara Haff berichtete: „Die Mädchen interessieren sich für das Thema, nachdem wir ausführlich darüber gesprochen haben.“

Auf dem Rathausmarkt begrüßte Rita Schilling die Demonstranten. „Wir brauchen die Frauenquote in Unternehmen. Außerdem müssten familienfreundlichere Strukturen geschaffen werden, mehr Krippenplätze und Ganztagsschulen, auch in Oldenburg“, appellierte die 1. Bürgermeisterin. Besonders freute sich die Politikerin über den Nachwuchs: „Wenn ich das sehe, habe ich keine Angst, dass die Frauenbewegung in ein paar Jahren versandet ist.“ Auch Gewerkschafterin Irene Veenhuis, die viele Jahre in Oldenburg Frauenarbeit betrieben hat, war bei der Demo dabei. Beim abschließenden Treffen an der Lambertikirche sagte sie: „Wir haben viel erreicht, aber es ist noch einiges zu tun. Frauen sind immer noch benachteiligt in der Berufswelt. Bestehende Gesetze müssen auch umgesetzt werden zum Schutz von Frauen.“ Ins gleiche Horn blies auch Helga Fischer: „Wir wollen positive Stimmung für Frauen verbreiten.“