OLDENBURG - Der Linoleum-Pavillon steht auf der Messe. Die Kunsthalle am Dobben benötigt dagegen ein spezielles Fundament.

Von Klaus Fricke

OLDENBURG - Die Jubiläumsschau der Oldenburger Landesausstellung von 1905 ist eröffnet. Naja, so richtig natürlich nicht, der offizielle Start in den 100. Geburtstag steigt erst am 21. Mai. Aber gestern wurde der Nachbau des Linoleum-Pavillons, der 1905 eine der großen Attraktionen auf dem Festgelände am Dobben war, in der Weser-Ems-Halle komplett aufgebaut. Die Premiere für den „Jahrhundertschritt 05“ liegt also schon hinter Oldenburg.

Der 75 m² große Pavillon ist von heute bis Sonntag, 10. April, auf der Bau- und Handwerksmesse „Nordhaus“ zu sehen, danach wird der Holzbau, den der Architekt Peter Behrens vor 100 Jahren für die Landesausstellung entworfen hat, abgebaut und nach Delmenhorst verfrachtet. Dort wird er vor dem Nordwolle-Museum als eine der Dependancen der Jubiläumsfeier ausgestellt.

Die erste sichtbare Verbeugung vor Peter Behrens, dessen Architektur Anfang des 20. Jahrhunderts stilbildend war, ist durchaus beeindruckend. „Mir sind Schauer den Rücken heruntergelaufen“, gestand Siegfried Moritz, Vorsitzender des Oldenburgischen Architekten- und Ingenieurvereins, „dieser Nachbau ist großartig gelungen. Man erkennt Behrens‘ Architektursprache deutlich.“ Auch für den Huder Zimmerermeister Heiko Posegga, verantwortlich für den Bau, war der Auftrag eine besondere Sache. „Die wussten damals schon, wie man interessant baut. Wir konnten die Behrens-Pläne aber nicht einfach umsetzen, sondern mussten sie erst den heutigen Bauauflagen anpassen. Die Planung dauerte Monate, die Realisierung dagegen nur Tage.“ Und Messechef Alfred Meyer sieht den Linoleum-Pavillon als wichtiges Element der „Nordhaus“ an: „Wir bieten damit eine Zeitreise der Baukultur – vom Jahr 1905 bis zu den Überlegungen eines Hauses der Zukunft, den Fachhochschul-Studenten auf der Messe zeigen.“

Während der Linoleum-Pavillon sich schon in voller Größe zeigt, steckt sein „großer Bruder“, der Nachbau des Behrens-Kunstpavillons auf dem Theodor-Tantzen-Platz, noch in den Kinderschuhen. „Wir haben Probleme mit der Gründung“, sagte Moritz. „Der Boden ist morastiger als gedacht. Der Bereich muss nun erst entwässert und nachverdichtet werden, danach wird eine Betonplatte als Fundament des Pavillons aufgetragen.“ Der Zeitplan sei aber nicht gefährdet: „Am 21. Mai wird am Theodor-Tantzen-Platz der ,Jahrhundertschritt 05‘ eröffnet.“