OLDENBURG - 8500 Betriebe in Weser-Ems halten Milchkühe. Die Osnabrücker sind am leistungsfähigsten.
Von hermann Gerdes
OLDENBURG - Weser-Ems bleibt eine führende Region der deutschen Milchproduktion – auch dank stark wachsender Kuhbestände und einer enormen Leistungssteigerung. Im abgelaufenen Wirtschaftsjahr durchbrachen mehr als 500 Betriebe die Schallmauer von 10 000 Kilogramm Herdenleistung. Die Weser-Ems-Kühe – immerhin noch 370 000 in 8500 Betrieben – gaben im Jahr im Schnitt 8316 Kilo Milch. Das ist eine Steigerung gegenüber 2004 um 318 Kilo, berichtete der Milchkontrollverband.Im Osnabrücker Bereich gaben die Kühe im Durchschnitt 9138 Kilogramm, das ist ein Plus um 398 Kilo. In Friesland (jede zweite Weser-Ems-Kuh steht jetzt dort) betrug die Veränderung „nur“ 284 Kilo auf 8084 Kilo.
Größe zahlt sich aus: Milchbetriebe mit mehr als 80 Kühen liegen mit 8500 Kilogramm Milch Durchschnittsleistung pro Kuh um fast ein Zehntel über den Resultaten der kleinen Milchbauern.
Doch einige „kleinere" Betriebe weisen trotzdem beste Herdendurchschnittsleistungen auf. Da ist zum Beispiel der Milchbauer Fenske-Schierbaum in Bissendorf-Krevinghausen. Er kommt auf im Schnitt 442 Kilo Eiweiß für jede seiner 18 Kühe. Eiweiß zählt, seitdem die Molkereien als Reaktion auf die Nachfrage nach mehr Eiweiß- und Low-Fett-Produkte die Fettbewertung zurückgestellt haben. Fettprodukte lassen sich immer schwieriger absetzen.
Die beste Kuh im letzten Jahr war aber „Honey 110" aus dem 140-Kühe-Stall von Thomas Freke aus Bösel (Kreis Cloppenburg). Die Fatal-Tochter gab schon in der dritten Laktation 15 550 Kilo Milch. Bei der Lebensleistung liegt mit 13 Abkalbungen eine Kuh von Bernd Böschen (Nordenham) vorn – mit 171 715 Kilo Milch. 75 weitere Kühe in Weser-Ems schafften über 120 000 Kilo Milch.
Seit 1950, als die Bauern 407 000 Kühe hielten, ist die Tierzahl zwar um 37 000 gesunken. Doch die Durchschnittsbestandsgröße hat sich auf 43,5 Tiere verzehnfacht. In den letzten 50 Jahren hat sich die Leistung jeder Kuh mehr als verdoppelt.
