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Landwirtschaft Was Hitze für die Felder bedeutet

Tonia Hysky
Tonia Hysky Elmar Stephan

Oldenburg - Die Landwirte in Niedersachsen rechnen mit eher durchschnittlichen Ergebnissen für die Getreideernte, die jetzt vielerorts im Land begonnen hat.

Die ersten Mähdrescher waren nach Angaben der Landwirtschaftskammer Oldenburg am Wochenende im südlichen Emsland und im Landkreis Osnabrück unterwegs, wo nur wenig Regen gefallen war. Auch in der Region Hannover begannen die Landwirte damit, das Getreide von den Feldern zu holen. Zuerst wird die Wintergerste geerntet, danach folgen Raps und anschließend alle anderen Getreidesorten.

Auch in Südoldenburg und im Oldenburger Land ist nun die Ernte gestartet. Zunächst auch hier auf leichten Böden, wie Walter Hollweg, Pressesprecher der Landwirtschaftskammer, erklärt. Unter leichten Böden verstehe man, dass diese das Wasser nicht so gut speichern. Dementsprechend werde der Ertrag an diesen Standorten auch nicht an den Durchschnitt herankommen.

Kleinere Körner

In den leichten, sandigen Böden im Emsland und im Kreis Osnabrück waren die Wasservorräte in diesem Jahr schnell erschöpft. Fehlendes Wasser und hohe Temperaturen in den vergangenen Wochen hatten dazu geführt, dass die Wasserspeicher der oberen Schichten schnell leer waren.

Das Getreide reagierte darauf nicht nur mit einer zügigen Abreife, sondern auch mit kleineren Körnern. Vereinzelte Bestände, die kaum Ähren ausgebildet hatten, wurden bereits als Ganz-Pflanzen-Silage geerntet, um fehlende Futtervorräte auszugleichen. Die Experten der Kammer erwarten dort eine eher unterdurchschnittliche Ernte.


Erträge können dort hoch ausfallen, wo bereits im Herbst gut entwickelte Bestände heranwuchsen und die Wasserversorgung insgesamt ausreichend war. An Standorten mit zu geringen Niederschlägen sind die Erträge aber kaum zufriedenstellend. Es gebe teils extreme, regionale Unterschiede von nur wenigen Kilometern, so Hollweg. So könne auch bei Anbaugebieten, die nah beieinander liegen, der Ertrag sehr unterschiedlich sein. Während zum Beispiel im Oldenburger Norden starke Regenfälle niedergingen, blieb der Boden im wenige Kilometer entfernten Rastede nahezu trocken, sagt Walter Hollweg.

Die großen Unterschiede gelten laut Experten auch für den Raps – hier wurden die schlechtesten Bestände bereits im Frühjahr umgepflügt. Für die Ölfrucht wird im landesweiten Schnitt ein normales Ergebnis erwartet.

Schäden durch Unwetter

Bei Standorten mit guter Wasserversorgung kann die Ernte gut ausfallen. Mancherorts schädigten allerdings auch Hagel und Sturm die Pflanzen in den vergangenen Wochen – auch das schlägt sich in einem geringeren Ertrag nieder. Wie groß die Schäden ausfielen, könne man auch hier nicht einheitlich sagen, so Hollweg. Auch die Gewitter gingen stark punktuell nieder.

Die Landwirte hoffen nun auf beständiges gutes Erntewetter, um das Getreide und den Raps trocken einfahren zu können.

Tonia Hysky
Tonia Hysky Redaktion Kultur/Medien
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