OLDENBURG - Der Name ist reichlich sperrig: Niedersächsisches Landesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit; die Abkürzung schon eingängiger: Laves. Ähnlich ist es mit der Aufgabenbeschreibung: Sie füllt mehrere Seiten. Man kann sie aber kurz zusammenfassen: Die Oldenburger Behörde will die Gesundheit der Verbraucher schützen.

Ziel von Laves ist es, Gesundheitsrisiken frühzeitig zu ermitteln und sie rechtzeitig und wirksam zu bekämpfen, heißt es in der Eigendarstellung. Dazu wird kontrolliert, analysiert und informiert.

Beispiel Lebensmittelüberwachung. In Niedersachsen gibt es über 90 000 Betriebe, die Lebensmittel herstellen oder verkaufen. Sie werden regelmäßig stichprobenartig kontrolliert. ,,Unsere Aufgabe ist es, schwarze Schafe zu ermitteln", erklärt Laves-Präsident Dr. Eberhard Haunhorst. Allerdings denken sich diese ständig neue Verschleierungstaktiken aus. Ein besonderes Problem sei z.B. der Internethandel mit Tierarzneimitteln. Um Betrügern auf die Schliche zu kommen, scheut Haunhorst auch nicht vor der Zusammenarbeit mit dem Bundeskriminalamt zurück.

Beispiel Lebensmitteltäuschung. ,,Wir bekommen raus, ob Ökoeier auch wirklich Öko sind und der Nienburger Spargel aus Nienburg oder aus Polen kommt", verspricht der Laves-Präsident. Gerade aus diesem Bereich erreichen die Oldenburger Behörde die meisten Beschwerden. Für Haunhorst ein Zeichen, dass Verbrauchertäuschung ein großer Markt ist: ,,Da wird richtig viel Geld verdient."

Aber Laves kümmert sich auch um die Tiergesundheit. Eine ,,Task-Force Veterinärwesen" steht für die Bekämpfung von Tierseuchen wie z.B. Maul- und Klauenseuche ,,Gewehr bei Fuß". Hierfür steht ihr ein mobiles Bekämpfungszentrum in Form eines Container-Dorfes zur Verfügung. ,,Unsere Task-Force ist europaweit gefragt", erklärt Haunhorst stolz. Seine Behörde sorgt sich aber auch um den Tierschutz. Hierfür entwickelt sie Leitlinien – ,,die Grundlagen der Kleintierhaltung sind von uns", so Haunhorst – und genehmigt Tierversuche.


Ein großes Feld ist die Futtermittelüberwachung – 40 Prozent der Mischfutterproduktion in Deutschland ist in Niedersachsen beheimatet. Rund 3500 Firmen werden überwacht und der Laves-Chef weiß: ,,Die Zeiten, zu denen alles, was nicht verwertet werden konnte, im Futtertrog landete, sind vorbei. Das traut sich heute keiner mehr.’’

Die diversen Untersuchungseinrichtungen von Laves hält Haunhorst für ,,führend in Europa". Man habe ausreichende Kapazitäten, und sei mit sehr guter Technik ausgestattet. Nahezu wöchentlich geben sich Fachbesuchergruppen aus dem Ausland die Klinke in die Hand. Und kürzlich hat man bei einer EU-Ausschreibung gewonnen: Demnächst bauen die Oldenburger die Futtermittelüberwachung in Bulgarien mit auf.

Die gute Qualität hat man sich Ende vergangenen Jahres auch bescheinigen lassen: Als erste größere Behörde des gesundheitlichen Verbraucherschutzes in Deutschland erhielt man die Zertifizierung für die Einführung eines Qualitätsmanagement-Systems, worauf die Laves-Mannschaft besonders stolz ist.

Nachholbedarf sieht Haunhorst noch beim Bekanntheitsgrad seiner Behörde. Während Laves in Fachkreisen ein Qualitäts-Name ist, kann die breite Öffentlichkeit hiermit noch relativ wenig anfangen. ,,Wir müssen die Fülle unserer Daten für die Verbraucher richtig aufbereiten und kommentieren und in Krisenfällen konsequenter informieren", sagt Haunhorst. Das neue Verbraucherinformationsgesetz biete hierfür gute Möglichkeiten. Für den Laves-Präsidenten jedenfalls hat gesundheitlicher Verbraucherschutz höchsten Stellenwert. Und das will er auch kommunizieren.