Oldenburg/Lemwerder/Jever - „Was wären unsere Stadtteile, Ortszentren und Innenstädte ohne den Handel, ohne Gastronomen und Dienstleister?“, fragt Carola Havekost. „Dann würde uns viel Lebensqualität fehlen“, sagt die Geschäftsführerin der Oldenburgischen Industrie- und Handelskammer (IHK) für den Bereich Handel.

Mit der erstmals im Oldenburger Land stattfindenden Kampagne „Heimat shoppen“ will die Kammer am Freitag, 8. September, und Samstag, 9. September, auf die Bedeutung des Einzelhandels vor Ort aufmerksam machen. 15 Werbegemeinschaften, Handels- und Gewerbevereine in zehn Kommunen (Oldenburg, Jever, Nordenham, Brake, Lemwerder, Hude, Cloppenburg, Emstek, Löningen und Damme) beteiligen sich daran und planen an den beiden Tagen zahlreiche Aktionen.

Natürlich mache die stetig steigende Bedeutung des Online-Handels den vielen Einzelhändlern vor Ort zu schaffen, so Havekost. Umso wichtiger sei es, auf deren Vorteile und Mehrwert für Kunden aufmerksam zu machen. „Erst durch ihr Engagement werden Städte und Orte lebendig und attraktiv“, betont sie.

Die Einzelhändler seien weit mehr als die Versorger von Kunden, so die IHK-Geschäftsführerin. Sie stünden auch für Erlebniseinkauf und Freizeitvergnügen, seien sozialer Treffpunkt, Sponsor von Vereinen und wichtiger Arbeitgeber und Ausbilder. Rund 10 000 Unternehmen im IHK-Bezirk, rund 15 Prozent aller Unternehmen, seien Handelsbetriebe. Zudem seien rund 15 Prozent der Beschäftigten in der Region im Handel tätig, erklärte sie.

Eine der Gruppierungen, die sich an der Aktion beteiligt, ist die Werbegemeinschaft Lemwerder. „Wir spüren, dass der Einzelhandel weiter zurückgedrängt wird“, sagt deren 1. Vorsitzender Dieter Bunke. „Darauf wollen wir aufmerksam machen.“ Die 54 Betriebe, die in der Werbegemeinschaft organisiert sind, planen anlässlich der „Heimat-shoppen“-Aktion etwa ein Weinfest und am Sonntag, 10. September, ein Shanty-Chor-Treffen.


„Wir möchten vor allem unsere eigene Kundschaft, unsere Mitbürger vor Ort, darauf hinweisen, dass wir sie brauchen, damit Jever lebenswert bleibt“, sagt Dirk Eden, Vorsitzender des Vereins „Jever aktiv“ (ca. 100 Betriebe), der sich ebenfalls an der Kampagne beteiligt. Die Stadt lebe auch, aber nicht nur vom Fremdenverkehr, deshalb sei ein vielfältiger Branchenmix wichtig. In Jever sind im Zusammenhang mit der Kampagne unter anderem ein mittelalterlicher Markt in der Innenstadt sowie eine Fotoausstellung in den Schaufenstern der Geschäfte geplant.

Für Wilfried Kolodziej, Vorsitzender der Oldenburger Werbegemeinschaft „Die Kreyenbrücker“, geht es vor allem darum, „das Einkaufen im Fachgeschäft vor Ort attraktiv zu machen“. Es müsse ein „Erlebnis für die Kunden sein“. Deshalb bedauere er es, dass die Aktion „Heimat shoppen“ nur an zwei Tagen laufe. So planten die 85 Mitglieder der Werbegemeinschaft auch nicht nur individuelle Aktionen am 8. und 9. September, sondern setzten auch auf größere Gemeinschaftsaktionen, wie das Straßenfest Kreyenbrück am 3. September.

Jörg Schürmeyer
Jörg Schürmeyer Thementeam Wirtschaft