OLDENBURG - Die Logistikbranche ist nach einer Fraunhofer-Studie der drittgrößte Wirtschaftszweig Deutschlands, rechnet dieses Jahr mit einem Umsatzwachstum von fünf Prozent auf 222 Milliarden Euro und beschäftigt etwa 2,75 Millionen Menschen. Ein Großteil der Geschäfte wird mit Lastzügen gemacht – ein interessantes Geschäftsfeld für Dienstleister.

Ein Beispiel dafür ist das Autohaus Munderloh an der Wilhelmshavener Heerstraße, dass sich jetzt mit Investitionen von etwa 300 000 Euro zusätzlich zum Servicevertrag für Mercedes-Nutzfahrzeuge ein gleich geartetes Vertragswerk für MAN-Nutzfahrzeuge sicherte. „Wir decken jetzt über 70 Prozent des Nutzfahrzeugmarktes ab“, erläutert Geschäftsführerin Andrea Bianka Munderloh. 60 Mitarbeiter sind inzwischen im LKW-Geschäft tätig.

Der aktuelle Zuwachs fußt auf einer langen Unternehmensgeschichte: Seit inzwischen 51 Jahren beschäftigen sich die Munderlohs mit Nutzfahrzeugen – anfangs mit Hanomag, und als der Hersteller Mercedes 1973 die Hannoveraner Hanomag schluckte, übernahm Heiko Munderloh, der das Haus mit seiner Tochter auch heute führt, die Vertretung für die Nutzfahrzeuge mit dem Stern. Ford folgte. Nun kommt zu den Transportern MAN dazu und ergänzt den Nutzfahrzeugservice.

Dass das Unternehmen mit 25 Mitarbeitern auch im Fahrzeugbau – Kältetechnik, Koffer-, Pritschen und Kranaufbauten – tätig ist, rechnen die Konzerne bei der Vertragsvergabe vielleicht sogar an, weil das Service für Kunden aus einer Hand verspricht. Harte Forderungen aber seien Investitionen in Personal und Diagnosegeräte, Werkzeug, spezifische EDV und ein umfangreiches Ersatzteillager, sagt Andrea Bianka Munderloh.

In der wachsenden Logistikbranche, in der die sogenannten Just-in-Time-Verkehre die Lastwagen zu fahrenden Lagern gemacht haben, ist vor allem Schnelligkeit gefragt. Kaum noch ein Flottenmanager hält Ersatzfahrzeuge vor, im Reparaturfall zählt Zeit, sonst bricht die Transportkette an entscheidenden Stellen. Deshalb müssen Dienstleister wie Munderloh lange erreichbar sein. Öffnungszeiten von 7 bis 22 Uhr sind die Regel. „Und dann braucht man gute Leute – die Diagnosegeräte zeigen zwar einen Fehler an – was genau aber getan werden muss und wie, das muss der Mitarbeiter wissen“, so Andrea Bianka Munderloh. Für die Mittelständler ist die Konsequenz klar: Ausbildung sichert kompetente Mitarbeiter.


Die sind auch im Nutzfahrzeug-Segment immer stärker gefordert: Navis und Telematiksysteme sowie Fahrsicherheitssysteme sind in der Regel an Bord und wollen gewartet werden. Doch es geht um mehr: Bis zu zwei Millionen Kilometer sind Lastwagen im Einsatz – „da muss vorausschauend gewartet werden“, sagt Andrea Bianka Munderloh. Die schnelle Taktung verzeiht keine Pannen.

An diesem Sonntag stellt Munderloh das neue Angebot von 11 bis 17 Uhr vor – mit einem Angebot zum Bungee-Jumping.