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NWZonline.de Nachrichten Wirtschaft

Letzter Führerschein-Neuling bereits geboren

02.12.2017

Oldenburg Elektrisch betriebene Roboterautos, die per App bestellt werden, beherrschen das Straßenbild. Die Hälfte der heutigen Autohersteller wird verschwunden oder verkauft sein. Öffentliche Verkehrsmittel in ihrer jetzigen Form gibt es nicht mehr.

Ein unrealistisches Zukunftsszenario? Nein, meint Dr. Mario Herger. „Der letzte Führerschein-Neuling ist bereits geboren“, sagte der Chef der Enterprise Garage Consultancy, Berater im Silicon Valley und Buchautor, am Donnerstagabend vor 250 Gästen beim „LzO-Info-Treff“ in der Zentrale der Landessparkasse zu Oldenburg mit Blick auf das autonome Fahren. Schon 2030 könnte es sogar verboten sein, ein Auto auf öffentlichen Straßen selbst zu lenken.

„130 Jahre nach der Erfindung des Autos stehen wir vor einer neuen Disruption“, sagte er. Drei Trends würden diesen Umwälzungsprozess treiben: autonomes Fahren, elek­trisches Fahren und „geshartes“, also geteiltes, Fahren. „Diese Welle ist da“, sagte er. Sie komme schneller, als gerade in Deutschland viele glauben würden. Und sie werde nicht von denen eingeleitet, die in den vergangenen 100 Jahren Autos gebaut hätten.

Herger verglich die heutige Situation mit der Zeit, als die Kutsche vom Auto verdrängt wurde. An dem Umwälzungsprozess damals seien keine Kutschenbauer oder Sattler beteiligt gewesen. Vielmehr waren die damaligen Pioniere wie Carl Benz und Ferdinand Porsche Mechaniker, Maschinenbauer oder Elektriker. Die heutigen Vordenker stammten dagegen nicht aus der Autoindustrie, sondern seien Informatiker oder Experten für Künstliche Intelligenz.

Deutschland habe lange die besten Autos gebaut. „Doch bei der Entwicklung autonomer Autos sind uns die Amerikaner um Längen voraus“, sagte er. In den USA hätten schon viele Firmen eine Testlizenz, um autonome Fahrzeuge auf öffentlichen Straßen zu testen. „Wir verschlafen das Ding“, warnte er.

Niedersachsens neuer Umweltminister Olaf Lies (SPD, Sande) mahnte gerade mit Blick auf die Antriebstechnik ein „ganzheitliches“ Konzept an. „Schließlich müssen der Strom ja auch produziert und die Batterien entsorgt werden“, sagte er. „Unser Ziel muss eine CO2 -freie Mobilität sein“, meinte Lies und plädierte dafür, sie eng mit der Energiewende zu verknüpfen. Zugleich kritisierte er, dass E-Mobilität und Batterieauto quasi gleichgesetzt würden. Auch Wasserstoff und Brennstoffzellen oder synthetische Kraftstoffe böten Chancen.

Der Minister betonte, dass der Staat für mehr Anreize sorgen müsse. Das gelte für den Erwerb von Fahrzeugen mit alternativen Antrieben wie für deren Nutzung. Eine Quote lehne er jedoch ab.

Sven Meder, Geschäftsführer von Ensto Chago Deutschland, einem großen Anbieter von Ladetechnologie für E-Fahrzeuge, zeigte auf, wie Norwegen es geschafft habe, zu einer der führenden Nationen bei E-Mobilität aufzusteigen: vor allem durch Anreize, wie den Erlass der Mehrwert- und Zulassungssteuer, kostenfreien Ladestrom und Parkplätze, sowie ein dichtes Netz von Ladestationen.

Für Dr. Jonas Lohmann, Leiter Kompetenz-Center Mobilität der EWE, ist die Zukunft der Mobilität „blau, grün und digital“. „Blau“ heiße elektrisch. „Grün“ bedeute, dass sie Hand in Hand mit erneuerbaren Energien gehen müsse. Und „digital“ meine eine enge Vernetzung aller Verkehrsteilnehmer.

LzO-Vorstand Olaf Hemker zeigte am Beispiel der Sparkasse auf, wie sich Unternehmen in das Thema „E-Mobilität“ einbringen könnten. So habe die LzO eine E-Mobilitätsinitiative gestartet. An 30 Standorten im Geschäftsgebiet würden Ladesäulen realisiert. Zudem schaffe die LzO sukzessive Elektrofahrzeuge an. Zurzeit gehörten fünf E-Autos zum Fuhrpark.

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