OLDENBURG - Im Mittelstand gelangen immer mehr junge Frauen in Führungspositionen. Selbst im gehobenen Mittelstand sei bereits fast jede fünfte Führungskraft eine Frau. Bei den Nachwuchskräften unter 30 seien Frauen besonders stark vertreten. Zu diesem Ergebnis kommt eine Befragung von 4000 Eigentümern und Geschäftsführern durch das Institut TNS Infratest, deren Ergebnisse am Donnerstag in der Reihe „Unternehmer-Perspektiven“ bei der Commerzbank in Oldenburg vorgestellt wurden.

Frauen verantworteten längst nicht mehr nur das lange Zeit typische Personalwesen; mit Controlling und Finanzen seien sie nun häufiger auch für andere zentrale Aufgabenfelder zuständig.

Wenn es den Firmen gelinge, den Frauen während und nach der Mutterschaft Perspektiven zu bieten, könne die Frauenquote im Mittelstand weiter steigen, lautet ein Fazit, das Ralph Derks als Mitglied der Geschäftsleitung vorstellte. Die Studie zeigt demnach aber auch, dass „deutlicher Nachholbedarf“ in technischen Zukunftsbranchen wie Logistik, Maschinenbau und der chemisch-pharmazeutischen Industrie herrscht.

Weitere wichtige Ergebnisse der Studie über Führung im Mittelstand: Das Bild des mittelständischen Gründers und Patriarchen ist passé, angestellte Manager machen bereits die Hälfte der Top-Führungskräfte aus. Nur wenige stammen aus dem Ausland.

Viele Führungskräfte sehen sich als Motivator und sachlich-pragmatisch führend. Als häufigster Führungsfehler wird eingestanden, Mitarbeiter zu über- oder unterschätzen sowie unklare Anweisungen zu geben. Coaching ist meist kein Thema.


Bei der von Tagesschau-Chefsprecher Jan Hofer moderierten Veranstaltung berichtete Kathrin Landsmann (Center-Managerin der Schlosshöfe in Oldenburg) von der Führungskräfteentwicklung bei ECE.

Rüdiger zu Klampen
Rüdiger zu Klampen Wirtschaftsredaktion (Ltg.)