OLDENBURG - Nach der Klinik ins Pflegeheim – so sieht für viele ältere Patienten der Weg aus, weil sie sich nach einer Krankheit nicht mehr richtig erholen. Dies zu ändern ist das Ziel des neuen Geriatrischen Zentrums Oldenburg (GZO), einem Kooperationsprojekt von Evangelischem Krankenhaus, Klinikum und Reha-Zentrum Oldenburg. Mit der Eröffnung einer akutgeriatrischen Station am Klinikum ist am Mittwoch der Startschuss für das GZO gefallen.
Die Geriatrie beschäftigt sich aus den Perspektiven verschiedener Fachbereiche mit den Krankheiten älterer Menschen. „Nach einer Lungenentzündung haben Ältere zum Beispiel einen höheren Kraftverlust und erholen sich langsamer als Jüngere“, erklärte Dr. Jürgen Bauer, der Leiter des neuen Zentrums. Dadurch könnten die Patienten ihren normalen Lebensrhythmus und einen Teil ihrer geistigen Leistungsfähigkeit verlieren. „Viele schaffen es dann nicht mehr nach Hause, sondern müssen ins Pflegeheim“, so Bauer.
Hier setzt das GZO künftig an: Ärzte, Pflegekräfte, Neuropsychologen und viele weitere Spezialisten werden hier zusammenarbeiten, um Älteren zu helfen, ihre Selbstständigkeit nach einer Krankheit oder einer Verletzung wiederzuerlangen. „Wir haben die Geduld“, so Bauer, „die Patienten wieder auf die Beine zu stellen – und zwar gemeinsam mit dem ganzen Team.“
Für diese Arbeit stehen zurzeit 20 Betten und ein Therapieraum zur Verfügung. Sobald die derzeitigen Erweiterungsarbeiten am Klinikum abgeschlossen sind, wird die Station noch einmal umziehen (geplant ist Februar 2011) und dann 25 Betten sowie zwei Therapieräume anbieten.
Derweil wird auch am Evangelischen Krankenhaus und im Reha-Zentrum an der Einrichtung geriatrischer Stationen gearbeitet, die das GZO komplettieren werden. Diese Kooperation der Kliniken habe deutschlandweit Vorbildcharakter, sagte Berndt Zabel, Aufsichtsratsvorsitzender des Klinikums. Das Ergebnis werde „eine zukunftsweisende Arbeit sein – für Oldenburg und den gesamten Nordwesten“.
Lobende Worte gab es auch vom Vorstandsvorsitzenden des Bundesverbandes Geriatrie, Prof. Dr. Dieter Lüttje. Er beglückwünschte die Bürger Oldenburgs ausdrücklich zu der neuen Einrichtung, die zeige, „wie wichtig es ist, gemeinsam an einem Strang zu ziehen“.
