Oldenburg - Es war 1991, bei einem Glas Wein in Hannover. Der damalige Sozialstaatssekretär Ernst Bruckenberger saß mit dem früheren Stadtdirektor Heiko Wandscher zusammen. Der als Klinikpapst bekannte Krankenhaus-Planer verfolgte die Idee, Patienten nach der Entlassung aus dem Krankenhaus wohnortnah zu versorgen.

„Reha-Kliniken im heutigen Sinne gab es damals noch nicht“, erinnert sich Karin Vogel, die das Projekt als Geschäftsführerin seit den Anfängen begleitet. „Das war Aufgabe der Kurkliniken, die Ende der 90er-Jahre aber reihenweise schließen mussten.“

Das Konzept der Nachsorge-Zentren stieß am Anfang auf einiges Misstrauen, berichtet Karin Vogel. Doch die Vorteile überzeugten.

Bruckenberger und Wandscher zogen die damaligen Geschäftsführer des Klinikums, Franz-Josef Kuhlmann, und des Evangelischen Krankenhauses, Helmut Ehrhardt, hinzu. Gemeinsam beschlossen sie den Bau eines Reha-Zentrums mit den Schwerpunkten Kardiologie und Neurologie („Oldenburger Modell“). Die beiden Krankenhäuser sollten Patienten in ihren jeweiligen Schwerpunkt-Bereichen wohnortnahe Anschlussbehandlung anbieten können.

1994 wurde die Gesellschaft Rehabilitationszentrum Oldenburg GmbH gegründet, mit den Gesellschaftern Klinikum und Evangelisches. Im Dezember 1997 öffnete die Einrichtung mit damals 195 Betten, sowie 30 ambulanten Plätzen. Rund 100 Mitarbeiter wurden eingestellt.


Es setzte eine stürmische Entwicklung ein: 2004 folgte als dritter Schwerpunkt die Orthopädie; das Pius Hospital kam zum Gesellschafterkreis hinzu. 2014 kam mit der Eröffnung der Klinik für Geriatrie der vierte Schwerpunkt. Baukräne für Erweiterungen und Neubauten auf dem Areal an der Brandenburger Straße gehörten zur Silhouette. 350 Betten und 90 ambulante Plätze zählt das Reha Zentrum heute. „Von Konzept und Größe her gehören wir zu den größten in Niedersachsen“, sagt Vogel. Heute betreuen rund 330 Mitarbeiter rund 11 000 Patienten pro Jahr. Mit einem Festakt am Freitag will die Reha Klinik die erfolgreiche Entwicklung feiern.

Die nächsten Schritte werde die Reha Klinik im Bereich Prävention setzen, kündigt die Leiterin an. Menschen bereits vor einer Erkrankung zu stärken, sei das Ziel. Die Ausbaubaumöglichkeiten seien in der „Zielplanung“.

Christoph Kiefer
Christoph Kiefer Reportage-Redaktion (Chefreporter)