OLDENBURG - OLDENBURG/QUA - Es ist ein Teufelskreis, in dem Suchtkranke, Depressive und viele andere psychisch Kranke häufig stecken. In einer Krisensituation werden sie in einer Klinik behandelt und verlassen diese nach einigen Wochen nur, um ihren Problemen erneut hilflos ausgesetzt zu sein.

„Wir haben einen 35-jährigen Klienten, der schon 500 Klinikaufenthalte hinter sich hat“, erklärt Horst Warnicke, Leiter des ambulanten Pflegedienstes Atlantis. Das Problem: Vielen Patienten fehlt eine Bezugsperson, die jederzeit ansprechbar ist, und eine intensive Betreuung durch niedergelassene Ärzte wird bisher oft nicht finanziert.

Um diese Probleme anzugehen, startet die Krankenkasse DAK gemeinsam mit den Fachärzten Elisabeth Damm, Dr. Lars-Sven Wölk, und Dr. Wolfgang Hundt, sowie mit dem Pflegedienst Atlantis ein neues Modellprojekt zur integrierten Versorgung.

„Das Ziel ist eine optimale und schnelle Versorgung durch gebündelte Kompetenz“, so Hans-Joachim Mahlke, Leiter des DAK-Vertragsbereiches Niedersachsen. Die Krankenkasse hat gestern einen direkten Vertrag mit den Ärzten und dem Pflegedienst geschlossen. „Wir informieren die Hausärzte über dieses Angebot“, so Mahlke. „Die überweisen die Patienten dann an den Facharzt und der kann ohne aufwendige Überprüfung durch den medizinischen Dienst die entsprechenden Maßnahmen veranlassen.“

Gerhard Holler von der medizinischen Hochschule Hannover, der die Entwicklung des Projektes begleitet hat, lobt die Möglichkeiten, die durch die direkten Verträge zwischen Krankenkassen und Fachärzten entstehen. „Bisher lag viel ungenutztes Wissen brach. Natürlich ist das nur ein Angebot an die Patienten, wer möchte, kann sich wie bisher behandeln lassen.“