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NWZonline.de Nachrichten Wirtschaft

Spätes Happy Ende auf Fahrt zur Buchmesse

26.06.2018

Oldenburg Eine Tagung in München Ende April, ab Hannover haben wir Sitzplätze im ICE 91 nach Wien / Passau reserviert und sollen in Würzburg, in den ICE 1521 nach München umsteigen. Doch irgendwo auf der Strecke gibt’s eine Verzögerung, der Zug muss auf das Ablösepersonal warten, das angeblich irgendwo in einem verspäteten Zug festsitzt. Er schafft es daher nicht mehr pünktlich nach Würzburg, der Anschlusszug nach München kann nicht warten. Also werden wir gebeten, nicht auszusteigen, sondern weiter bis Nürnberg zu fahren, man würde versuchen, die Verspätung bis dahin so weit aufzuholen, dass wir dort nach München umsteigen können. Und siehe da, es klappt.

Nur, was wäre gewesen, hätte es für unsere Plätze ab Würzburg neuen Reservierungen gegeben? Und wie kann es angehen, dass die Zeiten für den Personalwechsel so knapp bemessen sind? Am 1. Mai dann die Rückfahrt mit dem ICE 788 München – Hannover. Oh, Wunder, er ist pünktlich. Bis ca. 500, oder waren es noch weniger, Meter vor dem Bahnhof Hannover, da bleibt er stehen. Keine Einfahrt, das Gleis sei durch einen verspäteten Zug blockiert. Die 13 Minuten Umsteigezeit in den IC nach Delmenhorst schwinden dahin, die Reisenden, die in Hannover umsteigen wollen, drängeln schon in den Gängen, dann erfolgt die Durchsage, dieser Zug, der eigentlich weiter nach Hamburg fahren solle, würde wegen fehlendem Ablösepersonal in Hannover enden, er dürfe nicht weiter fahren, alle Fahrgäste müssten leider aussteigen.

Die Enge in den Gängen nimmt zu. Als der Zug endlich Einfahrt erhält, ist auf dem Bahnsteig natürlich auch das absolute Gedränge und Hasten. Trotzdem schaffen wir den Weg von Bahnsteig 7 nach 11, und der IC 2036 steht dort sogar noch. Glück gehabt? Wir schaffen es auf den Bahnsteig und bis zur Tür. Aus der Traum, genau in diesem Augenblick werden sie geschlossen und der Zug fährt los, ohne uns! Resultat: Die Ankunft in Ganderkesee verspätet sich um eine Stunde, 19 Uhr 40 statt 18 Uhr 40. Und was mit den Fahrgästen nach Hamburg geschah?

Das mit dem fehlenden Personal, das kannten wir schon. Buchmesse Leipzig im März. Für die Hinfahrt haben wir den Zug Oldenburg – Leipzig gewählt. Bequemer geht’s nicht, eigentlich. Er ist auch pünktlich. Jedenfalls in Delmenhorst, was bei diesem Zug aus den Erfahrungen der Vorjahre schon was Besonderes ist. Und die Fahrt klappt auch – bis Helmstedt. Dort kommt die Durchsage „Dieser Zug fährt nicht weiter, er muss in die Werkstatt“. Am anderen Bahnsteig würde aber ein Zug aus Leipzig halten, der dann mit uns nach Leipzig (zurück) fährt. Die Fahrgäste aus diesem Zug, eigentlich in Richtung Köln unterwegs, würden in unseren Zug umsteigen, der dann mit ihnen in Richtung Köln und Werkstatt fahren würde.

Riesengedränge, die Fahrgäste aus unserem Zug zum anderen Bahnsteig, die aus dem anderen Zug uns entgegen, mit Kind und Koffer, über enge Treppen, durch einen engen alten Tunnel. Und richtig, der Zug aus Oldenburg fährt aus los in Richtung Köln und wir sitzen in dem Zug aus Leipzig und harren der Dinge. Die nicht kommen, er fährt nicht los. Dann kommt die kleinlaute Durchsage „Ich mag’s ja gar nicht sagen, aber dieser Zug darf auch nicht weiter fahren“. Aber auf dem gegenüberliegenden Bahnsteig würde bald unplanmäßig ein Zug nach Dresden halten, der uns dann bis Leipzig mitnimmt. Wieder zurück auf den anderen Bahnsteig und warten, bis der Zug kommt. Und, er ist nicht ausgebucht, die Sitzplätze reichen für die gestrandeten Passagiere! Fazit: 81 Minuten Verspätung, die erste Veranstaltung auf der Buchmesse war damit schon gelaufen.

Am Sonntag dann die Rückfahrt. In Leipzig hatte es zwei Tage lang geschneit. Ein Wintermärchen. Eigentlich. Gott sei Dank, wie sich hinterher herausstellte, hatten wir einen sehr frühen Zug gebucht und waren auch rechtzeitig mit der Straßenbahn, die kein Problem mit dem Schnee hatte, am Bahnhof und auf dem Bahnsteig. Zugausfall, so die Anzeige. Also an die Schlange an der Auskunft, die im Laufe der Zeit lang und länger wurde und begann sich durch die Bahnhofshalle zu winden. Nach mehr als einer Stunde in der zugigen und kalten Bahnhofshalle hatten wir dann die Auskunft, wir sollten einen, natürlich auch verspäteten Zug nach Fulda nehmen und dort in einen Zug nach Hannover umsteigen. Nun begann das Warten auf dem Bahnsteig, kalt, zugig und ohne verbindliche Auskunft, wann denn dieser Zug eintreffen würde. Und immer wieder das Gerenne von Reisenden zu irgendeinem Zug, Hauptsache überhaupt einer, der doch mal einfuhr und dann natürlich überfüllt war und deswegen nicht fahren durfte. Den Fahrgästen, die bereit waren wieder auszusteigen, wurde ein 30-Euro-Gutschein versprochen. Aber niemand stieg aus, so wurde der Zug dann von der Bundespolizei so weit geräumt, dass er endlich abfahren konnte.

Und dann, oh Wunder, der Zug, auf den wir warteten, kam und fuhr irgendwann auch los. In Fulda wieder Warten. Der Zug war auch überfüllt, aber nur so, dass er noch fahren durfte. Mehrere Stunden mussten wir im Gang stehen, während es sich andere Fahrgäste im Bistro gut gehen ließen, links auf dem Sitz der Mantel, der rechte Sitz für das Gepäck, in der Mitte ein Fahrgast, der sich an einem Bier von Fulda bis Hannover gütlich tat. Die Ankunft in Ganderkesee erfolgte mit 5 Stunden Verspätung. Natürlich wurden beide Verspätungen reklamiert und von der Bahn auch bearbeitet. Aber erst einmal nur die Hinfahrt, 81 Minuten Verspätung ergaben 25 Prozent Erstattung vom anteiligen Fahrpreis. Die Rückfahrt mit 5 Stunden Verspätung wurde großzügig übersehen und erst Wochen später nach 2-maliger Reklamation / Erinnerung mit 50 Prozent erstattet.

Juni 2017: Eine Genossenschaftstagung in Mannheim. Es war das Sturm-Wochenende. Gebucht ist eine Verbindung von Bremen über Köln nach Mannheim. So weit, so gut. Eben doch nicht. Der Zug nach Köln fällt aus. Stattdessen, so die Auskunft in Bremen, solle ich einen Zug nach Hannover nehmen und von dort weiter nach Mannheim fahren. Und so wurde ich ins Chaos geschickt. Bis Hannover ging es ja noch. Aber dort herrschte das absolute Chaos, kein Zug aus Richtung Hamburg kam in Hannover an. Riesengedränge auf dem Bahnsteig, als dann doch endlich ein Zug einfuhr, der dann natürlich hoffnungslos überfüllt war. Die Fahrgäste, die sich in den Gängen drängten wurden daher gebeten, wieder auszusteigen und einen der folgenden Züge zu nehmen, nur folgte kaum jemand dieser Bitte.

Dann wurde angekündigt, wenn niemand aussteigt, werde die Bundespolizei den Zug räumen. Und das geschah dann auch. Auf der anderen Seite des Bahnsteigs das gleiche Bild, und als der dort stehende Zug dann endlich abfahrtbereit war, da war die Arbeitszeit des Zugführers zu Ende! Auf unserer Seite des Bahnsteigs war es dann auch irgendwann so weit, der erste Zug konnte den Bahnhof verlassen und der folgende, bereits wartende ICE konnte einfahren. Die Ankunft in Mannheim erfolgte dann nach Ende der Generalversammlung der Genossenschaft.

Über meine Platzkarte in einem Zug auf einer Fahrt Berlin – Ganderkesee, im Frühjahr 2016, den es überhaupt nicht gab, für den aber eine Reservierung ausgestellt war, ist in der NWZ seinerzeit ja schon berichtet worden. Alles in allem bin ich, insbesondere bei Fahrten zu Tagungen und Messen, ein überzeugter Bahnfahrer und auch Bahncardinhaber. Aber inzwischen meine ich, von Bewerbern um Managementposten bei der Bahn AG wird kein Zeugnis, sondern ein Unfähigkeitsnachweis verlangt. Dabei möchte ich aber ausdrücklich die Mitarbeiter im Service, in den Zügen und auf den Stellwerken ausschließen, die es immer wieder schaffen, das Chaos zu beherrschen, die Züge irgendwie durchzuleiten. Dass es diesem Personal dabei noch gelingt, nett und freundlich zu bleiben, das grenzt manchmal schon an ein Wunder. So wie eine Schaffnerin, die auf die Frage „Schaffen wir in Hannover denn den Zug nach Wolfsburg noch?“ cool und freundlich antwortete: „Na klar, der hängt hinter uns, den bremsen wir gerade aus und überholen kann er nicht“. Für die nächste Genossenschaftstagung wird das Auto genommen!

Gustav Förster

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