OLDENBURG -
Bei Bodenuntersuchungen auf dem Gelände der ehemaligen Tierkörper-Beseitigungsanlage am JohannJustus-Weg in Oldenburg-Wechloy sind an einer Stelle Sporen des Milzbrand-Erregers gefunden worden. Das teilte die Stadt am Mittwochvormittag mit.
Nach Angaben von Dr. Frank Bazoche, Leiter des Gesundheitsamts der Stadt, besteht keine Gefahr einer Ansteckung, wenn man nicht aufs Gelände geht und dort gräbt. Für eine Erkrankung sei die Aufnahme einer hohen Zahl von Erregern nötig.
Als Konsequenz aus dem Fund wird die Stadt den seit 1998 bestehenden Zaun um das Gelände noch einmal verstärken und binnen zwei bis drei Wochen den Fundort und seine Umgebung wasserundurchlässig abdecken, sagte Oberbürgermeister Gerd Schwandner. Bis dahin würde das Gelände rund um die Uhr bewacht.
Oldenburgs Polizeichef Johann Kühme kündigte bis zur Fertigstellung der Abdeckung verstärkte Streifenfahrten rund um den Bereich an und sagte: Wer nicht auf das Gelände geht, muss keine Angst haben. Die Stadt geht sehr verantwortungsvoll mit der Lage um.
Dr. Frank Bazoche sagte, dass Milzbrand als Krankheit in der Region nie eine Rolle gespielt habe. In Deutschland habe es seit 1994 vier Fälle gegeben. Drei der Erkrankten hätten sich als Drogensüchtige an kontaminiertem Heroin angesteckt.
Milzbrandsporen werden des öfteren in aufgegebenen Gerbereien und Tierkörper-Beseitigungsanlagen gefunden. Richtlinien für Umgang mit solchen Standorten gibt es erst seit Dezember 2009.
Laut Oberbürgermeister Gerd Schwandner hat die Stadt alle Anlieger (AOK, Schützenverein Wechloy, Bauunternehmen Hecker und ein Landwirt) über den Fund informiert. Wir gehen offen damit um. Wir tun was nötig ist.
Die Tierkörper-Beseitigungsanlage war von 1906 bis 1969 in Betrieb
