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Preise am Markt „Noch nie war der Bullenpreis so hoch“

Hermann Gerdes

Oldenburg/Molbergen - Mathias Klahsen, Fachreferent für Marktberichterstattung bei der Landwirtschaftskammer, hat alle Auflistungen auch zurück ins vergangene Jahrtausend durchgesehen. Nicht mal annähernd fünf Euro – oder früher zehn DM – finden sich als Bullenpreis in den Annalen. „Noch nie war der Bullenpreis so hoch“, meint er.

Erstmals über fünf Euro

Mit einer kaum für möglich gehaltenen Preisspirale nach oben gab es bei der Rindfleisch-Notierung zuletzt neue Rekorde: Kühe kosten vier Euro/kg (November 2020: 2,18 Euro), Jungbullen haben mit 5,01 Euro/kg erstmals die Fünf-Euro-Marke übersprungen. Das knappe Angebot zieht die Preise trotz etwas geringerer Nachfrage nach oben.

Im Gegensatz zu den Schweinebauern ist im Moment die Miene bei allen Rinderhaltern bestens. „Wenn jetzt auch noch der Milchpreis deutlicher steigen würde, wären wir mehr als zufrieden“, meinte Georg Tellmann aus Molbergen bei der jüngsten Zuchtviehauktion. Auch dort war die Stimmung prächtig: 2236 Euro im Schnitt, eine neue Preisspitze. Die Preise für Färsen (geschlechtsreife weibliche Rinder, die noch nicht gekalbt haben) gehen in ungeahnte Höhen.

Selbst der Milchpreis steigt nach deprimierenden Jahren. 2016 hatte der damalige schleswig-holsteinische Agrarminister, der heutige Vizekanzler Robert Habeck (Grüne), einen Preis von 26 Cent/Kilo als „schlicht unanständig“ bezeichnet. Vor einem Jahr wurden 33 Cent/kg gezahlt.

Jetzt zahlen erste Molkereien 45 Cent/kg, die Molkerei Ammerland liegt bei 43 Cent/kg. Das sei immer noch nicht voll auskömmlich, schimpft mancher Milchbauer. Die Molkereien würden sich eine „goldene Nase“ verdienen. Denn an der Börse werde Milch schon mit 54 Cent gehandelt.


Dürre in Neuseeland

Die Gründe für den Höhenflug am Rindermarkt sind nicht auf den ersten Blick erkennbar. Eines bedingt das andere. Ein höherer Milchpreis, angeschoben u.a. durch eine steigende Nachfrage in China und eine Dürre in Neuseeland, treibt den Kuh- und Färsenpreis. Auch Exportbeschränkungen in Argentinien spielen eine Rolle. Vermarkter Masterrind sieht als weiteren Grund das veränderte Besamungsverhalten auf den Betrieben. Der zunehmende Einsatz von Fleischrassesperma führt dazu, dass die Nachfrage nach guten Milchrindern wächst.

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