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NWZonline.de Nachrichten Wirtschaft

Wer übernimmt den EWE-Anteil?

16.01.2019

Oldenburg Die EWE treibt die Suche nach einem strategischen Investor voran. Wie die Nachrichtenagentur Reuters jetzt berichtete, soll das Bieterverfahren für einen Minderheitsanteil von 26 Prozent an dem Oldenburger Energie- und Telekommunikationsunternehmen im Februar beginnen.

Ein EWE-Sprecher teilte auf Anfrage dieser Zeitung mit, dass der EWE-Vorstand den Prozess in einem zwischen EWE-Vorstand, EWE-Verband (also den kommunalen Anteilseignern) und Aufsichtsrat abgestimmten, geordneten Verfahren vorbereite. Die Citibank werde diesen begleiten. Zum Zeitrahmen des Prozesses und möglichen Investoren wollte sich der Sprecher nicht äußern.

EWE-Vorstandschef Stefan Dohler hatte im vergangenen Jahr im Gespräch mit dieser Zeitung das Ziel ausgegeben, den Prozess „im Jahr 2019 komplettieren“ zu wollen. „Welche Art von Investor wir suchen, ist bewusst offen gehalten“, hatte Dohler damals erklärt. „Das Einzige, was heute schon relativ sicher ist, ist, dass es ein langfristig orientierter Partner sein soll.“

Da ein langfristig orientierter Investor gesucht wird und es sich nur um einen Minderheitsanteil an einem solide aufgestellten Unternehmen handelt, dürften vor allem Infrastruktur- oder Pensionsfonds, die auf eine nicht zu üppige, aber stabile Rendite setzen, zu den Interessenten zählen. Als mögliche Kandidaten bringt Reuters dann auch den kanadischen Pensionsfonds Omers, den niederländischen Pensionsfonds PGGM, den australischen Fonds IFM oder ein Konsortium aus dem Versicherer Allianz und dem australischen Infrastrukturfonds Macquarie ins Gespräch. Auch chinesische Firmen könnten Interesse haben, heißt es bei Reuters.

Da der EWE-Konzern insgesamt auf einen Unternehmenswert von rund 6,2 Milliarden Euro taxiert wird, könnte der Preis für das 26-Prozent-Paket bei rund 1,5 bis 1,6 Milliarden Euro liegen.

Bei dem Minderheitsanteil, der jetzt zum Verkauf steht, handelt es sich um ein Paket, dass über Jahre der Karlsruher Energiekonzern EnBW gehalten hatte. 2016 hatten sich EWE und EnBW auf eine Neuordnung ihre Beteiligungsverhältnisse verständigt. Diese sah u.a. vor, dass sich EnBW schrittweise von seinem 26-Prozent-Anteil an dem Oldenburger Konzern trennt.

Aktuell halten die Karlsruher noch sechs Prozent an EWE, die sie aber im Laufe dieses Jahres an den EWE-Verband abtreten werden. Der EWE-Verband, in dem die kommunalen Anteilseigner (21 Städte und Landkreise aus dem Ems-Weser-Elbe-Bereich) ihre Interessen gebündelt haben, sowie die EWE selbst hatten bereits 2016 jeweils zehn Prozent EWE-Aktien von EnBW erworben.

Aktuell halten also die kommunalen Anteilseigner über den EWE-Verband 84 Prozent an dem Oldenburger Unternehmen, die EnBW sechs und die EWE selbst zehn. Künftig sollen nach den bisherigen Planungen die Kommunen 74 Prozent und der strategische Investor 26 Prozent an EWE besitzen.

Jörg Schürmeyer Redakteur / Wirtschaftsredaktion
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